Transdev wehrt sich gegen Fernbusbetreiber

28. November 2018 0 Von Marcus
fordert faire Rahmenbedingungen für alle Mobilitätsanbieter und wehrt sich gegen Fernbusbetreiber: Ausnahmegenehmigung für die Strecke geht zu Lasten des Schienenpersonennahverkehrs.

Die Transdev GmbH, Deutschlands größter privater Mobilitätsanbieter, hat jetzt bei der Behörde LASuV (Landesamt für Straßenbau und Verkehr) Widerspruch gegen eine Ausnahmegenehmigung für den Fernbusbetreiber zur Bedienung der Verbindung Chemnitz – Leipzig eingelegt. Transdev befürchtet, dass Fernbusse auf Grund ungleicher Wettbewerbsregeln den parallel verkehrenden Zügen die wegnehmen.

Transdev betreibt mit der Marke seit die Bahnstrecke Leipzig – Chemnitz regelmäßig im Stundentakt im Auftrag der Region. Die Fahrzeit für die 81 Kilometer lange Strecke von Chemnitz nach Leipzig beträgt 59 Minuten, in der Gegenrichtung eine Stunde und fünf Minuten. Tickets für die Fahrt auf der Gesamtstrecke gibt es ohne BahnCard ab 16 Euro.

Die jetzt bewilligte Ausnahmegenehmigung ist rechtswidrig, denn sie widerspricht dem deutschen Personenbeförderungsgesetz (§ 42a Satz 1 PBeFg). Sie geht eindeutig zu Lasten der wichtigen Bahnverbindung zwischen Leipzig und Chemnitz und wird von dieser Fahrgäste abziehen. Das können wir als Betreiber der Strecke nicht akzeptieren.

Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH

Der Gesetzgeber lege klar fest, dass der Haltestellenabstand bei Fernbussen mindestens 50 Kilometer betragen oder subventionierte Nahverkehrszüge länger als eine Stunde unterwegs sein müssten. Dies diene dem Schutz des öffentlich bezuschussten Schienenpersonennahverkehrs.

Wir bedienen die Strecke in weniger als einer Stunde. Natürlich könnten wir noch schneller fahren, wenn dies die der Deutschen gehörende Infrastruktur erlauben würde. Die vorhandene und weitgehend eingleisige Schieneninfrastruktur lässt leider keine schnellere Verbindung zu, obwohl wir mit unseren Fahrzeugen schneller fahren könnten.

Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH

Leider würde die Eisenbahn in Deutschland weiterhin gegenüber dem Straßenverkehr benachteiligt, so Heinemann. Fernbusbetreiber zahlten bis heute keine Maut zur Nutzung der Autobahnen, während für jeden fahrenden teure Gebühren für die Nutzung der Schienen und der Haltepunkte an die Deutschen Bahn gezahlt werden müssten. Hier sei die gefordert, endlich für faire Rahmenbedingungen für alle Mobilitätsanbieter zu sorgen. „Dann würden wir auch ohne zu zögern den Wettbewerb mit Fernbussen zwischen Chemnitz und Leipzig aufnehmen“, stellt Dr. Heinemann fest.