Tarifverhandlungen einvernehmlich vertagt

Tarifverhandlungen einvernehmlich vertagt

8. Dezember 2018 0 Von Marcus

Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen werden auf nächste Woche Dienstagvormittag in Eisenach vertagt. Darauf haben sich die GDL und die DB am Samstagmittag in Hannover einvernehmlich geeinigt.

Die GDL zeigte sich mit dem Verlauf der rund dreitägigen Verhandlungen grundsätzlich zufrieden. „Es war ein hartes, aber faires Ringen“ so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. „Die erzielten Teilergebnisse rechtfertigen die Fortsetzung der Verhandlungen.“ So wurden deutliche Fortschritte im Arbeitszeitsystem erzielt, womit ein wichtiges Kapitel der GDL-Kernforderungen erledigt werden könnte. Im Ergebnis konnte der für den Personalübergang im einer Lösung zugeführt werden. Abschlussfähig sind außerdem die Zulagen in Höhe und Systematik.

Unter anderem ist der DB Vorstand derzeit nicht dazu bereit:

  • Das einheitliche Tarifniveau des DB Konzerns für die ausgegründete Tochter der AG „Start GmbH“ zu vereinbaren. Damit soll die Lohnabsenkung wieder zum Programm für das Zugpersonal erhoben werden.
  • In seinen Betrieben die permanente Umgehung und Aufweichung der persönlichen Planungssicherheit zu verbieten. Die tarifvertraglich vereinbarte messerscharfe Trennung von Arbeits- und Privatleben soll also weiterhin ins Gegenteil verkehrt werden.
  • Die geforderten Besetzungsnormen mit qualifiziertem Gastro- und Zugbegleitpersonal endlich tariflich festzuschreiben. Er will also beim Zugbegleitpersonal auch weiterhin das Qualifizierungsniveau absenken und Personal abbauen.
  • Die Dotierung der gemeinsamen Einrichtung „FairnessPlan e.V.“ zu erhöhen. Damit verhindert er den Ausbau der speziellen Sozialleistungen für unsere Berufe, welche im Schicht- und Wechseldienst 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr ihren anspruchsvollen Dienst verrichten.

Denkbar hoher Vertrauensvorschuss gefordert

„Völlig ungewöhnlich in dieser Tarifrunde ist zudem die Tatsache, dass bis zum Ende unserer Verhandlungen am heutigen Mittag immer noch kein konkretes Angebot zur Entgelterhöhung vorliegt. Der neue Vorstand fordert hier einen denkbar hohen Vertrauensvorschuss von der GDL ein“ so Weselsky. „Bisher sind wir bereit, diesem stattzugeben. Sollte sich die Tarifrunde allerdings als ganz großes herausstellen, dann muss dem DB-Vorstand bewusst sein, dass er nicht nur das Vertrauen der Lokomotivführer und Zugbegleiter in diesem Lande hat, sondern ihm muss auch gewärtig sein, dass eine unmittelbare Reaktion erfolgt. Diese würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch ungewöhnlich ausfallen, denn plötzlich könnte dem gesamten Zugpersonal einfallen, dass es tarifvertraglich zu keinerlei Überstunden verpflichtet ist. Auf Grund der in den vorhergehenden Jahren vom gesamten DB-Vorstand verursachten bedenklich großen Personalunterdeckung wäre die Auswirkung für unsere gravierend.“

Der Bundesvorsitzende der GDL erwartet angesichts dieser Ausgangssituation Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und die Bereitschaft, ein deutliches Signal zur Stärkung der Motivation des Zugpersonals zu setzen.