Augsburg plant kostenlosen Innenstadt-Nahverkehr

Der neue Königsplatz

Der zentrale Umsteigepunkt Königsplatz. Foto: Marcus Bölt

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, plant Augsburg für 2019 eine neue City-Zone einzuführen, innerhalb der die Fahrt mit Bus und Tram kostenlos sein soll. Mit dieser Maßnahm soll die Luft in der Innenstadt verbessert werden und man erhofft sich weniger Parksuchverkehr. Autofahrer könnten so Parkhäuser am Rande der City-Zone anfahren und ohne eine Ticket zu lösen die Innenstadt besuchen.

Die City-Zone soll vom Königsplatz und Moritzplatz jeweils eine Station weit gelten. Damit wäre auch für Fahrgäste, die mit dem Zug nach Augsburg kommen eine Fahrt in die Innenstadt ohne zusätzliches Ticket frei, denn der Hauptbahnhof ist in der City-Zone mit enthalten.

Folgende Stationen wären durch die Regel in der City-Zone enthalten und bieten die kostenlose Fahrt innerhalb: Hauptbahnhof, Königsplatz, Moritzplatz, Theater, Rathausplatz, Theodor-Heuss-Platz, Frohsinnstraße und Ulrichsplatz. Wie die Zeitung weiter berichtet, würde sich der Kurzstreckentarif bei der City-Zone jeweils um eine Station verlängern.

Sollte der Stadtrat den Plänen zustimmen, wäre Augsburg damit die erste deutsche Großstadt, die kostenlosen Nahverkehr dauerhaft anbietet. Die Stadtwerke rechnen mit Kosten in Höhe von 500.000 Euro und hoffen diese über Förderungen finanzieren zu können.

Media Monday #338

1. Die Premiere des neuen Star Wars-Films ist irgendwie an mir vorbei gegangen. Die Mitternachtspreviews waren mir zu spät, da hätte ich keinen Zug mehr nach Hause gehabt.

2. Science-Fiction im Allgemeinen gehört zu meinen Lieblingsgenres.

3. Von all den Droiden in den unterschiedlichsten (nicht nur) Star Wars-Filmen wird mir ja C3PO immer der Liebste sein, denn zum einen ist der Maschinenmensch aus Metropolis das Vorbild in der Gestaltung gewesen und zum anderen ist er manchmal so liebenswürdig trottelig.

4. Inspiriert von einem meiner aktuellen Bücher Mike und Gabe würde ich mich ja über die weiteren Bände der Reihe unter dem Weihnachtsbaum freuen, und auch von Mieko aus der Heide würde ich gerne mehr lesen.

5. Von den letzten zwei Wochen des Jahres erwarte ich mir Ruhe und viel Zeit zum Lesen.

6. Baby Driver bedarf einer gesonderten Erwähnung, schließlich ist das für mich der Film des Jahres.

7. Zuletzt habe ich es tatsächlich erlebt, dass im Kino der gleiche Sitzplatz zweimal verkauft wurde und das war ein wenig verstörend, weil das durch das Buchungssystem ja eigentlich verhindert sein sollte.

Der Media Monday wird wöchentlich vom Medienjournal Blog ausgerichtet. Heute war es Ausgabe 338.

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Erster Schnee – warum die Bahn Störungen hat

Kaum fällt der erste Schnee, schon kommt die Bahn zu spät – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

So oder so ähnlich hört man es von Bahnkunden, allen voran den Pendlern. Und tatsächlich hat es den Anschein, als gebe es einen Zusammenhang zwischen dem Schnee und einem Bahnchaos. Nun, einen Zusammenhang gibt es tatsächlich.

Allerdings so extrem, wie man es oft zu hören bekommt oder in den Zeitungen liest, ist es auch wieder nicht. Bei tiefsten Temperaturen rollt der Verkehr zuverlässig. Aber Schneefall und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt – das ist Gift für den Bahnbetrieb. Woran liegt das?

Die meisten Störungen durch Wintereinflüsse tauchen bei den Weichen auf. Das liegt in den seltensten Fällen an einer schlechten oder defekten Heizung der Weichenmechanik. Es sind Eisbrocken, die einen Umlauf der Weichenzunge blockieren und damit die Störung auslösen.

Regionalzug in Salzburg Hbf mit vereistem Unterbau.

Die Weichenheizung, deren Aufgabe lediglich die Verhinderung von Vereisung und das Freihalten von Schnee ist, ist mit diesen Eisbrocken überfordert. Wer bei sich zuhause einen Eiswürfel aus dem Gefrierfach nimmt sieht ja, wie lange es dauert, bis dieser geschmolzen ist. Der Eisbrocken kann also nur durch einen Menschen aus der Weiche entfernt werden.

Doch woher kommen die Eisbrocken? Sie stammen vom Zug. Der Zug sammelt bei seiner Fahrt den Schnee, entweder durch den Schneefall selbst oder er wirbelt ihn aus dem Gleis auf. Durch den Fahrtwind gefriert der Schnee an die Frontfläche und die Unterseite des Zuges. Jeder weitere Schneeflug sammelt sich am vorhanden zu richtig großen Brocken zusammen.

Je größer der Eisbrocken wird, desto schwerer wird er. Irgendwann ist er so schwer, dass er sich vom Zug löst – und wenn man Pech hat in die Weiche. Neben dem Gewicht gibt es noch weitere Faktoren, die dafür sorgen, dass sich ein Eisbrocken vom Zug lösen kann.

Eisbrocken am Regionalzugwagen. Noch hält er.

Zum Einen sind es Eisenbahntunnels, insbesondere längere Tunnelstrecken mit Bahnhöfen, wie man sie bei S-Bahn-Systemen häufig findet. Im Tunnel hat es Temperaturen über dem Gefrierpunkt, die das Eis langsam antauen. Der Brocken fällt damit irgendwann ab – aber mit Pech wieder in einer Weiche. Zum Anderen sind es die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Auch hier beginnt der Eisbrocken zu schmelzen und fällt irgendwann ab.

Wirklich etwas dagegen tun kann die Deutsche Bahn nicht. Es sind die Gesetze der Physik, die hier die Störungen verursachen. Und diesen Gesetzen sind wir alle unterworfen – ob wir möchten oder nicht. Es hilft auch nichts, auf die Bahn zu schimpfen – als Fahrgast kann man eh nichts machen. Außer vielleicht ruhig zu bleiben – ist besser für den Blutdruck – und das Beste daraus zu machen: einen Kaffee trinken und durchatmen. Denn diese Weichenstörungen werden bleiben, solange es Winter und Schneefall gibt.

Mit der S-Bahn nach Augsburg – Aktion zum Welt-Aids-Tag

Alljährlich sammelt die S-Bahn München mit einem Sonderzug am Welt-Aids-Tag Geld für die Münchner Aidshilfe. Während man in den letzten Jahren am 1. Dezember mit einem speziell für diesen Tag beklebten Zug der aktuellen Baureihe 423 auf der Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof pendelte, hat man sich für dieses Jahr etwas Neues ausgedacht. Ein Fahrt nach Augsburg.

Ein Zug der Baureihe 420 fährt Richtung Augsburg. Foto: Marcus Bölt

Ein Sonderzug mit der Baureihe 420, der ersten S-Bahn-Baureihe Münchens, startet am 2. Dezember 2017 die Fahrt am Münchner Ostbahnhof. Von dort wird die Stammstrecke durchfahren, über den Nord- und den Südring geht es dann nach Augsburg. In Augsburg besteht dann die Möglichkeit, den Christkindlesmarkt zu besuchen, bevor es nach 2 Stunden wieder zurück nach München geht.

Die Mitfahrt kostet 15 Euro. Fahrkarten können ausschließlich im Zug erworben werden. Los geht es um 12.59 Uhr am Ostbahnhof, Gleis 3. Während der Fahrt stehen Heißgetränke, Plätzchen und Kuchen zur Verfügung. Sämtliche Einnahmen werden an die Münchner Aidshilfe gespendet.

Ich finde, das ist ein feiner Zug der Deutschen Bahn und deren Mitarbeiter. Mitfahrt erwünscht!

Mord im Orient Express (2017)

(C) Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Der exzentrische Privatdetektiv Hercule Poirot, der Beste seines Fachs, wird zur Aufklärung eines Falls nach London berufen. Der Direktor des Orient Express’, Monsieur Bouc, bringt den Detektiv in dem eigentlich schon ausgebuchten Zug unter. Nach der Abfahrt in Istanbul zieht ein Unwetter auf und in der Nacht in den Bergen entgeht der Zug nur knapp einer Lawinenkatastrophe. Allerdings ist dadurch die Weiterfahrt erst einmal nicht möglich.

Am Morgen wird ein abscheulicher Mord entdeckt. Das Opfer ist der Amerikaner Mr. Ratchett, ein Geschäftsmann, der mit seinen Angestellten im Zug unterwegs ist. Direktor Bouc bittet nun den Detektiv Poirot Ermittlungen aufzunehmen und den Mörder zu überführen. Denn der Mörder ist noch unter den Passagieren und eine Fluchtmöglichkeit an diesem Teil der Strecke nicht vorhanden.

Mein Fazit

Hochkarätig besetzt geben sie die Stars sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Alle sind Meister ihrer Künste und bringen diese gekonnt mit einer Leichtigkeit auf die Leinwand. Wenn nur Regisseur und Hauptdarsteller Kenneth Branagh nicht soviel die Selbstdarstellung des Detektivs Poirot Wert gelegt hätte. Ob er sich damit nicht selbst besonders hervorheben mochte? Ein wenig mehr Darstellung der Ermittlungsarbeit und etwas weniger von Poirots Marotten hätte dem Film jedenfalls gut getan.

Bildlich hat der Trailer mehr versprochen, die Kameraführung während der Zugfahrt erinnerte mehr an ein Schiff im tosenden Sturm. Für eine Zugfahrt definitiv zuviel Gewackel und auch die Darsteller hatten hierfür einen zu festen Stand. Die Bilder des fahrenden Zugs durch die Berglandschaft erkennt man als das, was sie sind: Computer Generated Imagery. Ton, Geschwindigkeit des Zuges und die Landschaft passen so nicht wirklich zusammen.

Dennoch halte ich den Film für ein sehr gelungenes Werk. Er verspricht und hält die Spannung vom Beginn bis zum Ende. Keine große Action, sondern der klassische Krimi, der in der heutigen Zeit doch eher selten geworden ist. Gute Unterhaltung von Agatha Christie. Und die Fortsetzung wird auch noch angekündigt: Hercule Porot wird nach Ägypten gerufen, wo ein Tod auf dem Nil aufgeklärt werden muss.

Zugtaufe Anne Frank – Würdigung oder Demütigung?

Vor kurzem gab die Deutsche Bahn die 25 Namen herausragender Deutscher bekannt, nach denen 2018 und 2019 ICE4-Triebzüge benannt werden sollen. Als ich unter der Liste die Namen Anne Frank und Geschwister Scholl las, habe ich mich sehr gefreut.

Aber es gibt auch Menschen, die waren entsetzt: eine deportierte und ermordete Jüdin auf einem Zug, wo doch ausgerechnet die Eisenbahn bei der Deportation groß geholfen hat. Ist das pietätlos und demütigend?

Ich bin der Meinung: Nein. Gerade, weil die Eisenbahn bei der Deportation der Juden in die Vernichtungslager beteiligt war, ist eine Zugtaufe eine Würdigung. Anne Frank, die wohl weltweit bekannteste, ermordete Jüdin, steht hierbei für die Millionen ermordeten Menschen im Dritten Reich. Zusammen mit den Geschwistern Scholl tragen die ICEs eine Botschaft der Mahnung durch ganz Deutschland.

Aber es gibt auch Gefahren, denen die Deutsche Bahn aufmerksam entgegenwirken muss. Es muss sichergestellt sein, dass der ICE Anne Frank niemals mit dem ICE Martin Luther zusammen gekuppelt wird – immerhin war Luther Antisemit. Beide Züge in einem Zugverband wäre tatsächlich eine Demütigung. Daher sollten sollte die Deutsche Bahn gewährleisten, dass hier nur die zwölfteiligen ICEs auf Anne Frank, Martin Luther und Geschwister Scholl getauft werden – auch bei Umtaufen.

Ein feiner Zug der Deutschen Bahn wäre es, im Zug Anne Frank auf die Werbefläche zu verzichten und im Zug stattdessen Infotafeln aufzustellen: über Anne Frank und über die Rolle der Deutschen Reichsbahn bei der Deportation. Im Zug der Geschwister Scholl könnte man über die Weiße Rose und andere Widerstandsgruppen informieren. Damit würde die Deutsche Bahn nicht nur für Bildung unterwegs sorgen, sondern auch die Opfer des Nationalsozialismus nachhaltig würdigen.

Lion – Der lange Weg nach Hause

Inhalt

(C) Universum Film GmbH & Co. KG

Der kleine Saroo lebt in Indien in ärmlichen Verhältnissen. Seine Mutter arbeitet im Steinbruch, sein älterer Bruder Guddu, eigentlich selbst noch ein Kind, arbeitet nachts. Saroo bittet Guddu ihm bei der Arbeit helfen zu dürfen und quengelt so lange, bis Guddu nachgibt und Saroo mitnimmt.

Noch auf der Fahrt im Zug schläft Saroo ein und Guddu lässt ihn am Bahnhof schlafend zurück. Als Saroo aufwacht und sich alleine am Bahnsteig befindet, steigt er in einen abgestellten Zug um dort weiter zu schlafen. Der Zug wird jedoch ins tausende Kilometer entfernte Kalkutta überführt und befindet sich schon in voller Fahrt, als Saroo aufwacht. Und so findet er sich in der fremden Stadt, weit weg von zuhause, wieder und kann sich noch nicht einmal verständlich machen. Denn in Kalkutta spricht man bengalisch, Saroo spricht jedoch nur hindi.

Nach ein paar erlebten Abenteuern in der Stadt landet Saroo schließlich in einem Waisenhaus, das ihn an eine Familie in Australien vermittelt. Zwanzig Jahre nach seiner Adoption erinnert sich Saroo an seine Heimat und bekommt den Wunsch, seine Familie zu finden. Mit Hilfe von Google Earth versucht er den Bahnhof zu finden, an dem seine Reise begann.

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