Bayerns Kreuz-Erlass nun amtlich

Seit heute ist Bayerns Kreuz-Erlass amtlich. Ab 1. Juni muss in jeder staatlichen Behörde ein Kreuz hängen. Es war eine der ersten Maßnahmen des neuen Ministerpräsidenten Markus Söder. Der Erlass ist umstritten. Nicht nur in den Parteien und in der Bevölkerung, auch innerhalb der Kirchen gibt es Befürworter und gefühlt mehr Gegner.

17 Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet ihn und teilet ihn unter euch; 18 denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme.
19 Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.

Lukas 22:17-19

Kreuz ohne Jesus

Ein Kreuz ohne Jesus. Die Figur ist zur Restauration. Foto: Marcus Bölt

Das Kreuz als solches betrachtet ist in erster Linie ein Folter- und Mordinstrument. Jesus Christus ist daran gestorben und hat geboten, sich immer wieder an seinen Tod zu erinnern. Er sagte nicht, man solle das Instrument, durch das er gestorben ist, als Symbol anbeten. Im Gegenteil, das hätte den Geboten seines Vaters, dem allmächtigen und einzigen Gott, entgegen gesprochen. Denn Gott gebot, sich kein Bildnis von ihm zu machen und es anzubeten. Die reine Anbetung gehört zu Gott, seinem Sohn Jesus Christus und dem heiligen Geist. Keinem Bildnis oder einem Symbol.

8 Du sollst dir kein Bildnis machen, keinerlei Gleichnis, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, noch des, das im Wasser unter der Erde ist. 9 Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der die Missetat der Väter heimsucht über die Kinder ins dritte und vierte Glied, die mich hassen;

5. Mose 5:8,9

Auch wenn mit über 2 Milliarden Christen im Kreuz ihren Glauben sehen – außerhalb ihres Glaubens hat es nichts zu suchen. Schon gar nicht politisch und damit in den Behörden. Im Gegenteil: das Kreuz ist nicht nur von der weltlichen Kirche als Symbol auserkoren, im Namen des Kreuzes wurde gefoltert, gemordet, verfolgt und Kriege erklärt. Damit ist das Kreuz auch ein Symbol für Gewalt, Hass, Antisemitismus und Krieg. Ein Symbol für Leid. Es ist also denkbar ungeeignet für ein Willkommenheißen in Behörden.

Die Bibelzitate sind aus der Luther 1912-Übersetzung.

Dieses bescheuerte Herz

(C) Constantin Film

Lenny ist von Beruf Sohn, hat schon viele Studiengänge abgebrochen und geht jeden Tag feiern. Seinem Vater, einem Chefarzt, gefällt das überhaupt nicht. Als Lenny eines Tages wieder einmal besoffen vom feiern nach Hause kommt und dabei seinen Porsche im Pool versenkt, reicht es ihm. Er setzt seinen Sohn erst einmal vor die Tür und lässt die Kreditkarten sperren.

Doch er gibt Lenny eine Chance: wenn Lenny sich um Jugendlichen David, einem schwer herzkranken Patienten, kümmert und ihm seine Wünsche erfüllt, kann Lenny weiter über Geld verfügen. Lenny hat darauf nun mal überhaupt keinen Bock und lässt das David auch erst einmal spüren. Aber im Laufe der Zeit wächst der kranke Jugendliche Lenny ans Herz und es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Beiden.

Mein Fazit

Der Film beruht auf der wahren Geschichte von Daniel Meyer und Lars Armend, die ihre Erlebnisse und ihre Freundschaft im gleichnamigen Buch niedergeschrieben haben. Trotz der schweren Krankheit und der Aussicht auf einen baldigen Tod geht es aber nicht um die letzte Begleitung auf dem Weg ins Jenseits, sondern um das Leben und die Zukunft.

Der Regisseur Marc Rothemund hat das Händchen, die Geschichte mit der notwendigen Dramatik und einer großen Portion Hoffnung zu erzählen. Mit viel Humor versprüht der Film eine Leichtigkeit, obwohl für David der Tod an jeder Ecke lauert.

Ganz hervorragend war die Auswahl der Schauspieler. Nadine Wrietz spielt die Mutter mit ihren Sorgen und Ängsten so hervorragend, dass man an der Authentizität nicht zweifeln kann. Als hätte man die echte Mutter in diesen Situationen gefilmt. Elyas M’Barek spielt einmal mehr die Rolle eines arroganten Egomanen, zeigt aber einmal mehr, dass er auch mehr kann und wandelt sich im Laufe des Films zu einem gut umsorgenden Freund.

Aber der wahre Star des Films ist Philipp Schwarz, der Elyas M’Barek mit seiner Leistung richtig blaß aussehen lässt. Die Rolle des David verkörpert er, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Im Zusammenspiel mit Nadine Wrietz glaubt man wirklich, Mutter und Sohn auf der Leinwand zu haben. Einfach grandios, diese Leistung.

Gefühl, Witz und Leichtigkeit in einem Thema, das normalerweise kein Happy End beinhaltet.

Mord im Orient Express (2017)

(C) Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Der exzentrische Privatdetektiv Hercule Poirot, der Beste seines Fachs, wird zur Aufklärung eines Falls nach London berufen. Der Direktor des Orient Express’, Monsieur Bouc, bringt den Detektiv in dem eigentlich schon ausgebuchten Zug unter. Nach der Abfahrt in Istanbul zieht ein Unwetter auf und in der Nacht in den Bergen entgeht der Zug nur knapp einer Lawinenkatastrophe. Allerdings ist dadurch die Weiterfahrt erst einmal nicht möglich.

Am Morgen wird ein abscheulicher Mord entdeckt. Das Opfer ist der Amerikaner Mr. Ratchett, ein Geschäftsmann, der mit seinen Angestellten im Zug unterwegs ist. Direktor Bouc bittet nun den Detektiv Poirot Ermittlungen aufzunehmen und den Mörder zu überführen. Denn der Mörder ist noch unter den Passagieren und eine Fluchtmöglichkeit an diesem Teil der Strecke nicht vorhanden.

Mein Fazit

Hochkarätig besetzt geben sie die Stars sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Alle sind Meister ihrer Künste und bringen diese gekonnt mit einer Leichtigkeit auf die Leinwand. Wenn nur Regisseur und Hauptdarsteller Kenneth Branagh nicht soviel die Selbstdarstellung des Detektivs Poirot Wert gelegt hätte. Ob er sich damit nicht selbst besonders hervorheben mochte? Ein wenig mehr Darstellung der Ermittlungsarbeit und etwas weniger von Poirots Marotten hätte dem Film jedenfalls gut getan.

Bildlich hat der Trailer mehr versprochen, die Kameraführung während der Zugfahrt erinnerte mehr an ein Schiff im tosenden Sturm. Für eine Zugfahrt definitiv zuviel Gewackel und auch die Darsteller hatten hierfür einen zu festen Stand. Die Bilder des fahrenden Zugs durch die Berglandschaft erkennt man als das, was sie sind: Computer Generated Imagery. Ton, Geschwindigkeit des Zuges und die Landschaft passen so nicht wirklich zusammen.

Dennoch halte ich den Film für ein sehr gelungenes Werk. Er verspricht und hält die Spannung vom Beginn bis zum Ende. Keine große Action, sondern der klassische Krimi, der in der heutigen Zeit doch eher selten geworden ist. Gute Unterhaltung von Agatha Christie. Und die Fortsetzung wird auch noch angekündigt: Hercule Porot wird nach Ägypten gerufen, wo ein Tod auf dem Nil aufgeklärt werden muss.

Jugend ohne Gott

Inhalt

(C) Constantin Film

Zacharias gehört zu den priviligierten der Gesellschaft. Doch er ist in seiner Rolle nicht glücklich und hinterfragt, was eigentlich ein gesellschaftlicher Status ist. Bei seiner Rebellion wird er von seiner Camp-Kollegin Nadesh gestört. Immer wieder dringt sie in seine Privatsphäre ein. Bis eines Tages Nadesh tot ist – und Zacharias der Hauptverdächtige.

Aber an Zacharias’ Version gibt es Zweifel. Die Illegale Ewa hat Blut von Nadesh an ihrer Kleidung. Zacharias, in Ewa verliebt, versucht sämtliche Schuld auf sich zu nehmen.

Der Lehrer der Klasse, zu der Zacharias und Nadesh gehören, hat jedoch Zweifel. In der Gerichtsverhandlung gibt er zu, einen Teil der Schuld an Nadesh’ Tod zu haben.

Trailer

Mein Fazit

Der Film zeigt die Ereignisse aus Sicht von vier Personen. Da es hauptsächlich um Nadesh und Zacharias geht, sind deren Erzählungen natürlich die längsten. Die Jungschauspieler brillieren in ihren Rollen, manche passen auch optisch perfekt in ihren Charakter. Grandiose Besetzung!

Deutlich wird im Film die soziale Trennung und soziale Kälte thematisiert, die durch eine Leistungsgesellschaft unweigerlich entsteht. Eine eindeutige Kritik und vor allem eine Warnung an unserer derzeitigen Gesellschaft. Nie war der Leistungsdruck höher als heute. Ich finde, der Film zeigt perfekt eine mögliche Zukunft, wenn sich nichts ändert.

Für mich gehört Jugend ohne Gott mit zu den Highlights des Kinojahres 2017. Und ja, wieder ein Beispiel dafür, dass auch Deutschland Filme kann. Es darf nur keine Komödie sein.

Wonder Woman

Inhalt

(C) Warner Bros. Entertainment

Diana, Tochter von Zeus und der Amazonenkönigin Hippolyta, wächst auf der idyllischen Insel Paradise Island auf. Von ihrer Tante Antiope wird sie vom Kindesalter auf zur mächtigsten Kriegerin aller Zeiten trainiert.

Der amerikanische Pilot Steve Trevor stürzt auf der Flucht vor dem Kriegsgegner kurz vor Paradise Island mit seinem Flugzeug ins Meer. Diana, die den Absturz von der Insel beobachtet hat, rettet den Amerikaner vor dem sicheren Tod.

Steve erzählt den Amazonen von einem furchtbaren Krieg, der über Europa tobt – den Ersten Weltkrieg. Diana ist sofort überzeugt davon, dass es sich nur um Ares handeln kann, ein verbannter Kriegsgott. So beschliesst sie, Steve nach Europa zu begleiten um Ares, den sie im deutschen General Ludendorff vermutet, zu vernichten.

Trailer

Mein Fazit

Ich war sehr gespannt, ob DC diesmal der große Wurf gelingt. Die letzten Filme waren wenig überzeugend und der Anschluss an den Konkurrenten Marvel rückte in weite Ferne. Auch wenn sie mit Wonder Woman jetzt doch gut aufgeholt haben, den Wow-Effekt von Marvel erreicht DC trotzdem nicht.

Der Film führt Diana, das Wonder Woman, gut in das DC-Universum ein und erzählt die Vorgeschichte erstaunlich kurzweilig. Einen zwischenzeitlichen Einbruch der Spannung beim Wechsel in die reale Welt kann man verzeihen. Das mit Ereignissen vollgestopfte Finale eher nicht. Nicht nur, dass dort eben zuviel auf einmal passiert, es erinnert mit Dialogen und Spezialeffekten ein bisschen an schlechte Serien der 80er.

Überhaupt ist die Bildqualität sehr auffallend. Offensichtlich noch auf Zelluloid gedreht ist die grobe Körnung schon sehr sichtbar. Das beste Filmmaterial scheint man nicht verwendet zu haben. Zusammen mit den computergenerierten Bildern, die naturgemäß die Körnung nicht haben, wirkt es ein wenig billig.

Du neben mir

Inhalt

(C) Warner Bros. Entertainment

Maddy leidet seit ihrer Geburt an einer schlimmen Immunschwäche. Schon die kleinste Kontamination mit Bakterien oder Viren könnte bei ihr eine Erkrankung auslösen, die mit dem Tod endet. Ihre Mutter beschwört sie deshalb schon ihr ganzes Leben, das extra umgerüstete Haus nicht zu verlassen. Die Jugendliche ist durch ihre Krankheit gefangen.

Vom Fenster aus beobachtet Maddy, wie im Nachbarhaus der gleichaltrige Olly einzieht. Die Teenagerin beobachtet Olly aus ihrem Haus heraus, was auch ihm nicht verborgen bleibt. Sie nehmen Kontakt über SMS auf und Maddy wünscht sich, dass Olly sie besuchen kommt. Obwohl ihre Mutter es verboten hat, lässt sich Maddy nicht aufhalten.

Trailer

Mein Fazit

Ein Drama, dass einen nicht nur einmal bewegt. Jedes einzelne Kapitel dieses Films strahlt Emotionen aus, Freude, Trauer, Mitleid, Entsetzen. Maddy und Olly wachsen einem von Anfang an ans Herz und man möchte für sie ein Happy End. Es ist kein Teenagerdrama im klassischen Sinn, die Krankheit von Maddy macht es zu etwas besonderem.

Testament – Das Erbe regeln

Durch einen Beitrag von Matthias J. Lange über digitales Erbe wurde ich erinnert, dass ich schon seit langem mein Erbe regeln wollte. Die gesetzliche Erbfolge kommt für mich, Single und ohne Nachkommen, nicht zum tragen.

Wer bekommt was?

Deshalb habe ich mich ein wenig damit beschäftigt und überlegt, was eigentlich nach meinem Tod passieren soll. Wer soll sich um meinen Nachlass kümmern und ihn erhalten? Keine leichte Aufgabe, das wurde mir bei den Gedanken klar. Man möchte auch nach dem Tod niemanden vor den Kopf stoßen.

Als ich mir darüber im Klaren war, ging es um die Form des Testaments, damit es auch unanfechtbar gültig ist. Dabei haben mir ein paar Websites geholfen, von denen ich Formulierungen und Tipps übernommen habe. Die Formulierungen können ziemlich frei gehalten werden, sie müssen nur eindeutig sein. Und wenn man sich das Geld für den Notar sparen möchte, muss das Testament komplett handschriftlich niedergeschrieben sein, ohne einen gedruckten Buchstaben.

handschriftliches Testament

Ein Testament kann man jederzeit wieder ändern, bei einem handschriftlichen Testament geht das besonders leicht. Entweder vernichtet man es einfach, dann tritt sofort die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Oder man schreibt einfach ein neues Testament. Gültig ist immer das zuletzt geschriebene Testament, weshalb man unbedingt Ort und Datum bei der Unterschrift angeben muss. Um es noch eindeutiger zu machen, kann man im nachfolgenden Testament das vorherige auch per Formulierung aufheben. Neben den klar benannten Erben wurden von mir auch sogenannte Ersatzerben eingesetzt. Ersatzerben kommen dann zum Zug, sollten der ursprüngliche Erbe bereits verstorben sein.

Ich habe meinen Nachlass nun geregelt. Nur das digitale Erbe fehlt noch. Darüber muss ich mir noch separat meine Gedanken machen. Was soll mit diesem Blog passieren? Was mit meinem Twitter- oder Facebook-Account? Wer informiert meine Follower und Leser? Aber nicht nur das macht mir noch Kopfzerbrechen. In meinem nächsten Schritt möchte ich eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht verfassen. Auch das ist keine leichte Aufgabe.