Die S-Bahn-Tunnelbahnhöfe werden modernisiert – die unendliche Geschichte

S-Bahnhof Rosenheimer Platz

Der S-Bahnhof Rosenheimer Platz am 7. Mai 2001. Foto: Marcus Bölt

Viele werden sich gar nicht mehr daran erinnern können: die S-Bahn-Tunnelbahnhöfe der Stammstrecke in München gab es auch mal ohne Baustelle und mit Deckenverkleidung. Und auch, wenn sie in die Jahre gekommen waren, die Bahnhöfe waren damals noch hübsch anzusehen.

Aber das ist schon lange vorbei. Im Januar 2007, also vor über elf Jahren, wurde mit einer Brandschutzsanierung light begonnen. Dazu wurden die Deckenverkleidungen abgenommen und an den Aufgängen Rauchschürzen installiert, die im Brandfall die Fluchtwege vor Verrauchung schützen sollten.

Kurz vor der Vollendung kam der Stopp: die Brandschutzvorschriften haben sich verschärft und die Rauchschürzen waren so nicht mehr abnahmefähig. Ein neues Konzept musste her. Und das muss erst einmal erarbeitet und genehmigt werden. 2009 gab es quasi einen Neustart.

S-Bahnhof Isartor

Der S-Bahnhof Isartor im Zustand vom 8. Juni 2008. Foto: Marcus Bölt

In Sachen Brandschutz wurde nun auch geklotzt und nicht gekleckert. In jahrelanger Nachtarbeit und etlichen Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs in den Abendstunden und teilweise auch am Wochenende, wurde sämtliche Abgänge eingehaust und mit automatisch schließenden Brandschutztüren versehen. Die Aufhängung der Oberleitung musste verändert werden um Platz für Entrauchungsanlagen zu schaffen, die Strom-, Daten- und Lautsprecherkabel erneuert und nach den aktuellen Standards verlegt. Zusätzlich hat man die Lautsprecheranlagen modernisiert.

Die Brandschutzsanierung ist noch nicht einmal abgeschlossen, da kam eine neue Ansage aus Berlin: alle Tunnelbahnhöfe sollen modernisiert und aufgehübscht werden. Zumindest in Sachen Brandschutzsanierung musste München bei den alten Stammstreckenbahnhöfen nichts mehr um- oder neuplanen. Aber jetzt geht es ans Design, die Bahnsteigmöblierung und die Straßenaufgänge.

Treppenaufgang Rosenheimer Platz

Mareike Schoppe, Leiterin Bahnhofsmanagement München, und Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München, eröffneten den Muster-Treppenaufgang an der S-Bahn-Station Rosenheimer Platz. – Foto: DB AG

2017 hat man mit einem Muster-Aufgang am Bahnhof Rosenheimer Platz begonnen, der nun endlich eröffnet werden konnte. Die Betonwände wurden mit einger Glasverkleidung versehen, die Treppe mit einer Treppenheizung nachgerüstet um im Winter eine Vereisung zu vermeiden. Der Handlauf der Treppe hat eine integrierte Beleuchtung bekommen und ein Monitor zeigt die nächsten Abfahrten oder eine Störungsinformation an. Nach diesem Muster sollen, wenn sich die Materialien bewährt haben, alle Straßenabgänge zu den Bahnhöfen umgebaut werden.

Umbau Rosenheimer Platz

Der Umbau am Rosenheimer Platz hat begonnen. 23. Mai 2018. Foto: Marcus Bölt

Und auch am Bahnsteig hat man am Rosenheimer Platz bereits mit dem Umbau begonnen. Am östlichen Ende wurden bereits die ersten Säulen neu verkleidet und die ersten Sitzmöbel montiert. Auch einen Blick auf die zukünftige Deckenverkleidung kann man hier werfen.

Der große Umbau soll 2019 beginnen, daher bleibt zu vermuten, dass auch dieser kleine Umbau am Rosenheimer Platz zu Testzwecken dient. Wenn die Bauarbeiten dann voraussichtlich 2020 ein Ende nehmen, erstrahlen nach 13 Jahren die Bahnhöfe endlich wieder in einem neuen Glanz und sind es wieder würdig, die Stadt München zu repräsentieren.

Visualisierung Isartor

Visualisierung des Bahnhofs Isartor. Foto: DB AG

Erster Schnee – warum die Bahn Störungen hat

Kaum fällt der erste Schnee, schon kommt die Bahn zu spät – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

So oder so ähnlich hört man es von Bahnkunden, allen voran den Pendlern. Und tatsächlich hat es den Anschein, als gebe es einen Zusammenhang zwischen dem Schnee und einem Bahnchaos. Nun, einen Zusammenhang gibt es tatsächlich.

Allerdings so extrem, wie man es oft zu hören bekommt oder in den Zeitungen liest, ist es auch wieder nicht. Bei tiefsten Temperaturen rollt der Verkehr zuverlässig. Aber Schneefall und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt – das ist Gift für den Bahnbetrieb. Woran liegt das?

Die meisten Störungen durch Wintereinflüsse tauchen bei den Weichen auf. Das liegt in den seltensten Fällen an einer schlechten oder defekten Heizung der Weichenmechanik. Es sind Eisbrocken, die einen Umlauf der Weichenzunge blockieren und damit die Störung auslösen.

Regionalzug in Salzburg Hbf mit vereistem Unterbau.

Die Weichenheizung, deren Aufgabe lediglich die Verhinderung von Vereisung und das Freihalten von Schnee ist, ist mit diesen Eisbrocken überfordert. Wer bei sich zuhause einen Eiswürfel aus dem Gefrierfach nimmt sieht ja, wie lange es dauert, bis dieser geschmolzen ist. Der Eisbrocken kann also nur durch einen Menschen aus der Weiche entfernt werden.

Doch woher kommen die Eisbrocken? Sie stammen vom Zug. Der Zug sammelt bei seiner Fahrt den Schnee, entweder durch den Schneefall selbst oder er wirbelt ihn aus dem Gleis auf. Durch den Fahrtwind gefriert der Schnee an die Frontfläche und die Unterseite des Zuges. Jeder weitere Schneeflug sammelt sich am vorhanden zu richtig großen Brocken zusammen.

Je größer der Eisbrocken wird, desto schwerer wird er. Irgendwann ist er so schwer, dass er sich vom Zug löst – und wenn man Pech hat in die Weiche. Neben dem Gewicht gibt es noch weitere Faktoren, die dafür sorgen, dass sich ein Eisbrocken vom Zug lösen kann.

Eisbrocken am Regionalzugwagen. Noch hält er.

Zum Einen sind es Eisenbahntunnels, insbesondere längere Tunnelstrecken mit Bahnhöfen, wie man sie bei S-Bahn-Systemen häufig findet. Im Tunnel hat es Temperaturen über dem Gefrierpunkt, die das Eis langsam antauen. Der Brocken fällt damit irgendwann ab – aber mit Pech wieder in einer Weiche. Zum Anderen sind es die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Auch hier beginnt der Eisbrocken zu schmelzen und fällt irgendwann ab.

Wirklich etwas dagegen tun kann die Deutsche Bahn nicht. Es sind die Gesetze der Physik, die hier die Störungen verursachen. Und diesen Gesetzen sind wir alle unterworfen – ob wir möchten oder nicht. Es hilft auch nichts, auf die Bahn zu schimpfen – als Fahrgast kann man eh nichts machen. Außer vielleicht ruhig zu bleiben – ist besser für den Blutdruck – und das Beste daraus zu machen: einen Kaffee trinken und durchatmen. Denn diese Weichenstörungen werden bleiben, solange es Winter und Schneefall gibt.

Media Monday #325

1. Wenn heutzutage noch immer Serien nur auf DVD und nicht auf Blu-ray veröffentlicht werden gehöre ich nicht zur Zielgruppe. DVD kommen mir keine mehr ins Haus.

2. Die glorreichen Sieben (alt) habe ich nach Jahren nun auch endlich mal gesehen und war okay. Aber der neue Film gefällt mir besser.

3. Immer wenn ich Jule Ronstedt sehe, bekomme ich regelrecht Lust mir wieder Franzi am Stück anzuschauen.

4. Meine Stammkneipe ist seit Jahren quasi eine Konstante, schließlich kennt man mich dort und ich fühle mich wohl.

5. Ich packe meinen Koffer und habe Laptop, iPad, iPhone und etliche Ladekabel mit dabei. Und natürlich Filme offline auf dem iPad.

6. Die künstlich erzeugte Exklusivität mancher Serien/Filme, beispielsweise in Bezug auf unterschiedliche Streaming-/Premium-Anbieter ist nichts als Augenwischerei.

7. Zuletzt habe ich mich furchtbar über eine Störung heute beim Kabelfernsehen geärgert und das war sehr nervig, weil auf Sky The Great Wall lief und ich den sehen wollte, er aber noch nicht auf die Festplatte vom Sky+Pro-Receiver geladen ist und ich den linearen Kanal gebraucht hätte.

Der Media Monday wird wöchentlich vom Medienjournal Blog ausgerichtet. Heute war es Ausgabe 325.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Inhalt

(C) Universum/24 Bilder

Ben lebt mit seinen sechs Kindern von der Zivilisation abgeschieden im Wald. Seine Kinder unterrichtet er selbst mit einem Lehrplan, bei dem Wissenschaften, Philosophie, Religionen, Politik und Sprachen ein große Rolle spielen. Schon die Jüngsten wissen um ihre Rechte und können komplexe Zusammenhänge der Naturwissenschaften verstehen und erklären. Dazu kommt noch täglicher Sport, Training von Selbstverteidigung und die Jagd, um sich selbst mit Nahrung versorgen zu können.

Leslie, seine Frau, ist bereits vor Monaten zu ihren Eltern zurück, die ihr eine Therapie bezahlen – denn Leslie leidet an einer bipolaren Störung. Als Ben mit dem ältesten Sohn Bo ins nächstgelegene Dorf fährt, um von dort mit Leslie zu telefonieren, erfährt er, dass sie sich selbst das Leben genommen hat. Obwohl es Leslies Vater verboten hat, macht er sich mit den Kindern auf und fährt zu ihrer Beerdigung. Unterwegs im Bus kommen die Kinder zum ersten Mal richtig mit der amerikanischen Zivilisation in Berührung.

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Depression – Ein langer Weg ohne Hilfe

Es ist jetzt genau ein Jahr her, als ich im Büro meines damaligen Chefs erfahren habe: “Du bist ab sofort bis zum Arbeitsplatzwechsel von der Arbeit freigestellt.” Obwohl ich den Wechsel angestoßen habe und schon lange darauf wartete, war es für mich ein Schock – es war so plötzlich und unerwartet. Aber vielleicht beginne ich erst einmal am Anfang.

Ich weiß nicht genau, wann meine Erkrankung an einer Depression begonnen hat, vermutlich trage ich sie schon seit etlichen Jahren mit mir herum. Auch über die genauen Ursachen kann ich bisher nur spekulieren. Nur eines weiß ich: es gibt nicht die Ursache, vielmehr ist ein ganzes Puzzle an Ursachen. Überlastung, Langeweile, Rückschläge, mangelnde Sozialkontakte, fehlendes Selbstbewusstsein, gesellschaftlicher Druck – all das und sicher noch mehr, sind Teile des Ursachenpuzzles, die bei mir vorhanden waren. Wobei mangelnde Sozialkontakte und fehlendes Selbstbewusstsein eher als Sekundärursachen einzustufen sind, die durch die beginnende Depression erst entstanden sind. Weiterlesen

Die Lügen der Sieger

(C) NFP/Warner

Inhalt

Fabian ist Journalist bei einem Nachrichtenmagazin und recherchiert mit der Volontärin Nadja über den Umgang der Bundeswehr mit den Soldaten, die mit einer posttraumatische Störung aus Afghanistan zurück kommen. Dabei entdecken sie noch einen Giftmüll-Skandal, der bereits Mitarbeiter – alles ehemaligen Soldaten – das Leben gekostet hat.

Die Beiden wissen jedoch nicht, dass ihre Quellen und Beweise, aus denen sie ihre Informationen bekommen, von einer Lobbygemeinschaft gefälscht und gestreut werden. Erst nachdem die Titelstory erschienen ist, entdeckt Fabian, dass er getäuscht wurde.

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Ich bin Weltmeisterin – 3: Köln und Berlin

Nein, haltet mich bitte nicht für normal. Ich bin es nicht, sonst würde ich ja solche Aktionen nicht bringen können. So Aktionen wie mit dem Weltmeisterinnen-Pass durch die Gegend zu fahren. Allerdings bin ich da wohl auch nicht der Einzige.

Jedenfalls ging es am Dienstag wieder nach Köln, mit Unterbrechungen in Augsburg und Ulm. Den Tag später gings weiter nach Berlin und abends mit dem letzten Zug wieder heim – für den letzten Zug wurde ich zwischenzeitlich noch als mutig bezeichnet, hab ich ja nur 27 Minuten Umsteigezeit in München auf meine letzte S-Bahn. Aber: die Bahn überraschte.

Nachdem wir nicht nur schon zu spät in Berlin abgefahren sind, hatte unser ICE in Leipzig Probleme mit dem Ankuppeln eines weiteren Zugteils. Erst beim dritten Versuch mochten sich die beiden Zugteile und wir sind mit über 20 Minuten Verspätung los. Der Zug hatte aber genügend Puffer im Fahrplan eingebaut, denn in München waren wir pünktlich. Eigentlich ab Bamberg schon. Das hat mich doch etwas verblüfft.

Aktuell bin ich gerade unterwegs nach Mannheim, mein ICE musste allerdings zwischen Augsburg und Ulm eine Umleitung fahren und nach Ulm gabs noch eine Bahnübergangs-Störung gratis dazu. Aus Stuttgart sind wir mit 42 Minuten Verspätung raus. 18 Minuten fehlen jetzt noch, dann wirds ein Fall für das Fahrgastrechte-Formular. Da geht noch was, Deutsche Bahn ;)

3425 km hab ich mit dem Weltmeisterinnen-Pass jetzt schon hinter mir und habe gerade etwa 70 Minuten Verspätung an meinen Zielbahnhöfen gesammelt. Da hatte ich doch mit mehr gerechnet. Vielleicht ist die Bahn doch wieder deutlich besser geworden als ihr Ruf.