Person im Gleis: Augsburger bekommt nach Wiesn-Besuch Geldauflage

S-Bahn Markt Altomünster

S-Bahn “Markt Altomünster”. Foto: Marcus Bölt

Diesen Wiesn-Besuch wird ein Augsburger nie wieder vergessen. Am Abend es 30. Septembers 2017 wurde er von der Bundespolizei im Gleisbereich um die Münchner Hackerbrücke und den Hauptbahnhof aufgegriffen. Mit über 2 Promille war er in Motorik und im Sprachgebrauch eingeschränkt.

Nun musste er sich vor Gericht für den gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr verantworten. Wie er in den Gleisbereich gekommen ist, fehlt in seiner Erinnerung. Die Forderung der Staatsanwaltschaft schockierte den Mann: 50 Tagessätze zu je 55 Euro wurden als Strafe gefordert. Das Gericht bot an, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 800 Euro für eine Augsburger Sozialeinrichtung einzustellen. Der Augsburger, der sein Verhalten bereute, akzeptierte das Angebot.

Insgesamt kam es durch seinen verbotenen Ausflug zu einer Sperrung des S-Bahn-Verkehrs von rund 30 Minuten, mitten im Abtransport der Wiesn-Besucher. Ob die Deutsche Bahn noch wegen Schadensersatz klagen wird, ist bisher nicht bekannt.

Dieses bescheuerte Herz

(C) Constantin Film

Lenny ist von Beruf Sohn, hat schon viele Studiengänge abgebrochen und geht jeden Tag feiern. Seinem Vater, einem Chefarzt, gefällt das überhaupt nicht. Als Lenny eines Tages wieder einmal besoffen vom feiern nach Hause kommt und dabei seinen Porsche im Pool versenkt, reicht es ihm. Er setzt seinen Sohn erst einmal vor die Tür und lässt die Kreditkarten sperren.

Doch er gibt Lenny eine Chance: wenn Lenny sich um Jugendlichen David, einem schwer herzkranken Patienten, kümmert und ihm seine Wünsche erfüllt, kann Lenny weiter über Geld verfügen. Lenny hat darauf nun mal überhaupt keinen Bock und lässt das David auch erst einmal spüren. Aber im Laufe der Zeit wächst der kranke Jugendliche Lenny ans Herz und es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Beiden.

Mein Fazit

Der Film beruht auf der wahren Geschichte von Daniel Meyer und Lars Armend, die ihre Erlebnisse und ihre Freundschaft im gleichnamigen Buch niedergeschrieben haben. Trotz der schweren Krankheit und der Aussicht auf einen baldigen Tod geht es aber nicht um die letzte Begleitung auf dem Weg ins Jenseits, sondern um das Leben und die Zukunft.

Der Regisseur Marc Rothemund hat das Händchen, die Geschichte mit der notwendigen Dramatik und einer großen Portion Hoffnung zu erzählen. Mit viel Humor versprüht der Film eine Leichtigkeit, obwohl für David der Tod an jeder Ecke lauert.

Ganz hervorragend war die Auswahl der Schauspieler. Nadine Wrietz spielt die Mutter mit ihren Sorgen und Ängsten so hervorragend, dass man an der Authentizität nicht zweifeln kann. Als hätte man die echte Mutter in diesen Situationen gefilmt. Elyas M’Barek spielt einmal mehr die Rolle eines arroganten Egomanen, zeigt aber einmal mehr, dass er auch mehr kann und wandelt sich im Laufe des Films zu einem gut umsorgenden Freund.

Aber der wahre Star des Films ist Philipp Schwarz, der Elyas M’Barek mit seiner Leistung richtig blaß aussehen lässt. Die Rolle des David verkörpert er, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Im Zusammenspiel mit Nadine Wrietz glaubt man wirklich, Mutter und Sohn auf der Leinwand zu haben. Einfach grandios, diese Leistung.

Gefühl, Witz und Leichtigkeit in einem Thema, das normalerweise kein Happy End beinhaltet.

Downsizing

(C) Paramount Pictures Germany

Die Menschheit benötigt dringend eine Lösung, um dem Ressourcenverbrauch und der Überbevölkerung Herr zu werden. Da entdeckt der skandinavische Forscher Dr. Asbjørnsen eine Lösung: die Verkleinerung lebendiger Zellstrukturen. Die Verkleinerung von Menschen bedeutet nicht nur, dass weniger Lebensmittel verbraucht werden, es wird auch deutlich weniger Müll produziert.

So entstehen auf der ganzen Welt lauter Kolonien von “Kleinen”, von Menschen, die sich verkleinern haben lassen. Und da sie in den Kolonien deutlich weniger Platz verbrauchen, ist ihr Geld von der großen Welt auch deutlich mehr wert und sie können sich ein Leben in Luxus leisten.

Paul entschließt sich ebenfalls, sich verkleinern zu lassen. In der für ihn neuen, kleinen Welt fällt es ihm zunächst schwer, sich anzupassen. Aber dann wird er von seinem Nachbarn Dusan zu einer Party eingeladen, die für ihn alles ändert.

Mein Fazit

Downsizing ist faszinierend komödiantisch, satirisch und gesellschaftskritisch. Neben dem erhobenen Zeigefinger, doch mehr auf die Umwelt zu achten, geht es auch um das Miteinander in der Gesellschaft und um das typisch menschliche Verhalten. Aber nie langweilig oder zu sehr mahnend und gut eingearbeitet in eine echt gute Komödie.

Ganz hervorragend ist die Rolle des Dusan, der nicht nur viel Witz und Leichtigkeit in den Film bringt, sondern mit Christoph Waltz wohl die Bestbesetzung bekommen hat. Christoph Waltz füllt die Rolle voll aus und spielt eine Leichtigkeit und Sorglosigkeit, als wäre er Dusan selbst.

Aber auch die Rolle der Gong Jiang, hervorragend verkörpert von Hong Chau, ist nicht auf den Mund gefallen und ist als Gegenpart zum eher ernsten, gesellschaftsangepassten Paul eine Inspiration.

 

Täglich ein eBook kostenlos

Vor ein paar Tagen habe ich die App Buch des Tages entdeckt. Die App verspricht, dass es jeden Tag ein kostenloses eBook gibt. Nunja, hab ich mir gedacht, ausprobieren kann man es ja.

Die App selbst gibt es ebenfalls kostenlos im App Store. Startet man sie das erste Mal, wird lediglich eine E-Mail-Adresse verlangt – natürlich, um Empfehlungen zuzusenden. Man wird noch nach seinen Lieblingsgenres gefragt, ob eine Personalisierung für die Empfehlungen – ich gehe davon aus, dass es für Werbung genutzt wird – stattfindet, kann ich nicht sagen. Obwohl die App schon fast eine Woche installiert ist, habe ich noch keine E-Mail erhalten.

Hat man diesen Anmeldeprozess hinter sich, erscheint auch tatsächlich schon das erste eBook. Völlig kostenlos. Es lässt sich für den Kindle oder für iBooks laden. Und das war es dann auch schon. Als nettes Gimmick gibt es rechts oben einen Geldsack als Button, bei dem man sehen kann, wieviel Geld man durch die App schon gespart hat.

Klar, große Bestseller werde ich nicht erwarten dürfen, aber kleinere Nachwuchsautoren kann man da schon entdecken. Und die stehen meist den großen Namen in nichts nach. Über die Tage habe ich von Thrillern, Krimis über Kinderbücher, Sachbüchern bis hin zu Kochbüchern eine breite Palette gesehen. Da sollte also für jeden etwas dabei sein, wenn auch nicht täglich.

Und wenn einem Mal das Buch nicht gefällt – macht nichts, es war ja kostenlos. Auf der anderen Seite hat man hier wirklich die Chance, neue Autoren für sich zu finden. Perfekt für jede Leseratte.

Mit der S-Bahn nach Augsburg – Aktion zum Welt-Aids-Tag

Alljährlich sammelt die S-Bahn München mit einem Sonderzug am Welt-Aids-Tag Geld für die Münchner Aidshilfe. Während man in den letzten Jahren am 1. Dezember mit einem speziell für diesen Tag beklebten Zug der aktuellen Baureihe 423 auf der Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof pendelte, hat man sich für dieses Jahr etwas Neues ausgedacht. Ein Fahrt nach Augsburg.

Ein Zug der Baureihe 420 fährt Richtung Augsburg. Foto: Marcus Bölt

Ein Sonderzug mit der Baureihe 420, der ersten S-Bahn-Baureihe Münchens, startet am 2. Dezember 2017 die Fahrt am Münchner Ostbahnhof. Von dort wird die Stammstrecke durchfahren, über den Nord- und den Südring geht es dann nach Augsburg. In Augsburg besteht dann die Möglichkeit, den Christkindlesmarkt zu besuchen, bevor es nach 2 Stunden wieder zurück nach München geht.

Die Mitfahrt kostet 15 Euro. Fahrkarten können ausschließlich im Zug erworben werden. Los geht es um 12.59 Uhr am Ostbahnhof, Gleis 3. Während der Fahrt stehen Heißgetränke, Plätzchen und Kuchen zur Verfügung. Sämtliche Einnahmen werden an die Münchner Aidshilfe gespendet.

Ich finde, das ist ein feiner Zug der Deutschen Bahn und deren Mitarbeiter. Mitfahrt erwünscht!

Media Monday #335

1. Der ganze Hype, der mittlerweile auch hierzulande um den “Black Friday” gemacht wird ging mir am Allerwertesten vorbei. Hab mich noch nie an solchen Aktionen beteiligt, würde nur zuviel einkaufen.

2. Jüngster Neuzugang in meiner (Film-)Sammlung ist die unendliche Geschichte.

3. Mag Power Rangers auch als Flop gelten, finde ich ihn persönlich ziemlich großartig, schließlich ist er hervorragend gemacht und gute Jungschauspieler. Ich denke, es war einfach die falsche Zeit.

4. Chris Evans wusste in ihren/seinen jüngeren Rollen leider gar nicht zu überzeugen, denn es fehlte noch das Können und ist wohl nur als muskelbepackter Schönling gecastet worden. Aber es haben ja alle mal klein angefangen.

5. Würde Geld keine Rolle spielen, würde ich mir wahrscheinlich mein eigenes Kino wünschen, immerhin lebe ich ohnehin schon fast in einem, bei meiner Besuchshäufigkeit.

6. Orchestrale Begleitung zu einem Film ist einfach ein großartiges Erlebnis.

7. Zuletzt habe ich meinen Blog auf wordpress.com umgezogen und das war einerseits nervig, weil es nicht ganz freiwillig war, sondern mein Hoster Ärger gemacht hat. Andererseits konnte ich durch den Umzug wieder etwas ausmisten und Fehler in älteren Beiträgen korrigieren, die durch Plug-In-Änderungen entstanden sind.

Der Media Monday wird wöchentlich vom Medienjournal Blog ausgerichtet. Heute war es Ausgabe 335.

Blogparade: Meine Erfahrung mit Online-Dating

Kati von kissnapping.de hat zu einer Blogparade über die Erfahrung mit Online-Dating aufgerufen. Da möchte ich mich doch sehr gerne daran beteiligen und Euch erzählen, wie so das schwule Online-Dating aussieht.

PlanetRomeo – das schwule Einwohnermeldeamt

PlanetRomeo, früher GayRomeo, gilt als das Verzeichnis schlechthin. Es gibt wohl kaum jemanden, der hier nicht schon einmal angemeldet war. In seinem Profil kann man dort einstellen ob man Freunde, Beziehung oder die schnelle Nummer sucht. Oder auch alles. Zudem kann man sich den Online-Status entsprechend einstellen, auf welcher Suche man denn momentan ist.

Die Mehrheit scheint hier jedoch die schnelle Nummer zu suchen. Zumindest ist das die Erfahrung, die ich gemacht habe. Weder Freunde noch Bekanntschaften haben sich hier ergeben. Das Erstaunliche: lernt man über andere Wege jemanden kennen, hat derjenige auch immer ein Profil auf den blauen Seiten. Viele melden sich ab und später wieder neu an. Irgendwie geht es nicht mit PlanetRomeo – aber auch nicht ohne. Obwohl die Plattform, dank eindeutiger Profilbilder, eher wirkt wie der Otto-Katalog für den nächsten One Night Stand.

Grindr – Gays in Deinem Umkreis

Als wohl zweitgrößte Plattform gibt es Grindr. Eine App für das Smartphone, die Männer nach der Entfernung anzeigt. Auch hier ist es möglich, im Profil die Suche nach Bekanntschaften, Freunden, Beziehung oder die schnelle Nummer einzustellen. Doch das Ergebnis ist eigentlich das selbe wie bei Romeo: gesucht wird fast ausschließlich die nächste Bettgeschichte.

Sehr negativ an Grindr: es ist voll mit sogenannten Escorts. Escorts sind Männer, die sich nur gegen Geld auf ein Treffen einlassen. Eigentlich nur ein schöneres Wort für Prostitution. Besonders in Großstädten und dort ganz besonders innenstadtnah ist mindestens jeder zweite ein Escort. Da bleibt sogar bei der Suche nach einem One Night Stand die Lust auf der Strecke.

Tinder – die Erfindung des Wisch-und-weg-Prinzips

Die App Tinder dürfte sehr vielen von Euch bekannt sein. Tinder hat das Like und Don’t like über das Wischen nach rechts bzw. links erfunden. Da dies ausschließlich über das Profilbild passiert kann man zurecht behaupten: es ist nur noch eine oberflächliche Fleischbeschau.

Das Prinzip ist, sogenannte Matches zu finden. Also dass beide nach rechts für Like gewischt haben. Dann kann man gemeinsam in Kontakt treten, chatten, sich treffen und die große Liebe finden. Soweit die Theorie. In der Praxis hat man zwar tatsächlich Matches, aber nur etwa bei jedem 100. Match kommt auch ein Chat zusammen und bei dem geht es auch nur um das sofortige Treffen zum Druckabbau.

Die Ernüchterung macht sich erneut breit. Das Wisch-und-weg-Prinzip hat noch ein paar Nachahmer gefunden, die sexuellste davon dürfte wohl Stndr sein, bei denen nur noch per Schwanzvergleich entschieden wird. Willkommen im 21. Jahrhundert. Wo ist die Zeitmaschine zurück?

Nur alles negativ?

Nein, nicht unbedingt. Grundsätzlich ist jede Plattform das, was man für sich selbst daraus macht. Und es kann auch eine positive Überraschung geben. So hat es bei mir bei einem Grindr-Date gefunkt. Vom ersten Augenblick weg hatten wir beide das Gefühl, jemand besonderen gegenüber zu haben. Und so blieb es nicht nur bei diesem Date, viele weitere folgten. Und heute? Heute sind wir verlobt und glücklich. Und verlieben uns täglich aufs neue ineinander.

Online-Dating: ich habe mein Glück tatsächlich gefunden.