Posieren mit Erdoğan: es war eine dumme Idee

Ja, die Idee war sogar sehr dumm, wenn man die Wellen bedenkt, die diese Fotos ausgelöst haben. Cenk Tosun, Ilkay Gündoğan und Mesut Özil überreichen dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdoğan jeweils eines ihrer Trikots und lassen sich dabei ablichten. Dass sie hierbei einem in der Weltpolitik umstrittenen Präsidenten Wahlkampfhilfe leisten, hätte man sich denken können – aber soweit haben sie wohl nicht gedacht.

Ich persönlich unterstelle den Spielern nicht, dass sie damit ein politisches Statement abgeben wollten. Sie haben einfach nur die Möglichkeit wahrgenommen, den Präsidenten des Landes zu treffen, aus dem ihre Wurzeln stammen. Überall auf der Welt zeigen und feiern die Menschen ihre Herkunft. In Kanada feiern die deutschstämmigen mit Volkstänzen ihre Herkunft, wenn sie die Möglichkeit hätten, würden sie sich auch mit Angela Merkel abbilden lassen. Aber ist das ein politisches Statement oder gar eine Distanzierung von Kanada? Nein. Weshalb also kochen diese Bilder nun hoch?

Es ist die Stimmung in unserer Gesellschaft und das ist sie nicht erst seit dem Auftreten von Pegida, AfD und anderen rechtsaußen angesiedelten Zusammenkünften. Solange ich denken kann, wird sich bei den Fußball-Nationalspielern darüber diskutiert, wer die Nationalhymne mitsingt und wer nicht. Alleine das wird bereits als Statement gesehen, ob sich jemand zu Deutschland bekennt. Was für ein Unsinn.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat neulich die erste Herren-Fußballmannschaft des FC Bayern München empfangen. Hat der FC Bayern München sich damit politisch positioniert und die Politik von Markus Söder unterstützt oder damit sogar Wahlkampfhilfe geleistet? Alleine der Gedanke ist abwegig. Auch für diejenigen, die Tosun, Özil und Gündoğan nun für ihren Auftritt kritisieren.

Die einzigen, die von der Aufregung im Moment profitieren, und sich damit auch gleich mit ins Spiel gebracht haben, sind die Anhänger und Mitglieder der AfD. Die Bilder mit Erdoğan nutzen ihnen und ihren Hetzkampagnen gegen Migranten. Das war ein zu erwartendes und kalkulierbares Risiko. Auch wenn die Nationalspieler der Integration damit keinen Gefallen getan haben – wegen der AfD auf diesen Termin zu verzichten und sich damit das Leben bestimmen zu lassen, wäre auch falsche gewesen. Was bleibt ist ein Gschmäckle.

Ultrahochauflösendes Fernsehen – Mein erstes Live-Fußballspiel in 4K

Letztes Jahr hat bei mir das Zeitalter des ultrahochauflösenden Fernsehens begonnen: ich hatte mir einen UHD-/3D-Fernseher gekauft. Zu diesem Zeitpunkt waren 4K-BluRay-Player noch zu teuer, so dass sich das tatsächliche 4K-Erlebnis nur auf Netflix- und Amazon-Serien beschränkte.

In der ersten Jahreshälfte diesen Jahres kam neuer Zuwachs: die 4K-BluRay-Player kamen in den bezahlbaren Bereich und die Zeit drängte von anderer Seite her: Geräte, die 4K- und 3D-BluRays abspielen können, waren Auslaufmodelle. Jetzt hab ich aber neben 4K- und herkömmlichen BluRays eben auch 3D-BluRays und auch der Fernseher unterstützt 3D. Also musste kurzerhand ein solcher Player her. Schritt 2 auf dem Weg zur UHD-Vollausstattung ist getan.

Mitte des Jahres ging es mit einem Sky+Pro-Receiver weiter. Zwar konnte ich über das Kabelnetz keinen UHD-Sender empfangen, aber über Sky on Demand waren einige, wenige Filme abrufbar. Zu wenige, wie ich finde. Irgendwie hat mich das nicht befriedigt.

Vor ein paar Wochen konnte ich dann für mein Telekom Entertain den neuen UHD-Receiver in Empfang nehmen. Seitdem juckte es mich, Sky wieder auf Entertain umzustellen, denn Sky Sport UHD und Sky Sport Bundesliga UHD sind über Entertain empfangbar. Allerdings muss ich dazu auf das sehr überschaubare UHD-Film-Angebot von Sky on Demand verzichten.

Ein Festplattendefekt am Sky+Pro-Receiver hat mir die Entscheidung dann leicht gemacht. Und so habe ich nun seit ein paar Tagen Sky wieder auf Entertain laufen und kann die beiden UHD-Sender von Sky Sport nutzen. Heute also die erste Live-Begegnung in 4K: ein wahres Topspiel, Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München.

Das 4K-Bild beeindruckt, es ist optisch bei Sportübertragungen ein deutlich größerer Unterschied, als ich es von Filmen kenne. Und es macht Lust auf mehr. Ich hoffe, dass Sky sich dazu entschließen kann, mehr als nur ein Topspiel pro Woche in UHD zu zeigen. Und ich hoffe, dass sie alsbald einen Sky Cinema UHD-Sender auf den Weg bringen. Die Fernsehzukunft hat begonnen.

Übrigens, die UHD-Vollausstattung habe ich noch nicht erreicht. Es fehlt noch das neue Apple TV, das ja jetzt auch 4K kann. Aber es steht bereits auf der Wunschliste.

Wo warst Du vor einem Jahr?

Heute ist einer dieser Tage, an dem jeder noch weiß, was er genau vor einem Jahr getan hat. Denn heute vor einem Jahr, am 13. Juli 2014, wurde Deutschland FußballWeltmeister.

Ich habe nachmittags gegen halb drei den ICE bestiegen und bin nach Stuttgart gefahren. Direkt nachdem ich dort das Hotel bezogen habe, fuhr ich in die Innenstadt um mir einen Platz zum Public Viewing im Außenbereich einer Pizzeria zu sichern. Dort hab ich das Spiel zusammen mit einer Gruppe Jugendlicher aus Waiblingen, die an meinem und den Nachbarstischen waren. Meine größte Befürchtung war, dass sich die Entscheidung des Spiels bis zum Elfmeterschießen verzögert und ich das Ende nicht mitbekomme – die letzte S-Bahn zum Hotel hätte ich sonst nicht mehr bekommen. Aber Götze sei Dank kam es ja nicht soweit.

Und wo warst Du vor einem Jahr? Poste es in die Kommentare.