Kooperationsprojekt: MVG bildet Flüchtlinge zu Fahrern aus

Fahrerprojekt - Bus

Nikolay Naumov (Busfahrer, Russland, 34), Iskendar Ali (Auszubildender Busfahrer, Syrien, 27), Salar Osman (Auszubildender Busfahrer, Syrien, 29). Quelle: SWM

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat einen enormen Bedarf an Fahrern. 2018 sollen bis zu 300 neue Fahrerinnen und Fahrer eingestellt werden und das Angebot im Münchner Nahverkehr sicherstellen und Angebotserweiterungen ermöglichen. Und das auf einem leer gefegten Arbeitsmarkt.

Auf der anderen Seite gibt es viele Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthaltsstatus, die eine Beschäftigung und ein Einkommen suchen. Was liegt also näher, als die beiden Situationen zueinander zu bringen. Gemeinsam mit dem Jobcenter und den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) werden nun Flüchtlinge auf die Arbeit als U-Bahn- oder Busfahrer bei der MVG vorbereitet.

Auswahl

Das Jobcenter übernimmt die Akquise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Projekt. Gemeinsam mit dem bfz wird den möglichen Bewerberinnen und Bewerber das Projekt vorgestellt und ein Spracheinstufungstest vorgenommen. Fachfragen werden durch Unternehmensvertreter der MVG beantwortet.

Qualifizierung

Natürlich müssen die zukünftigen Fahrerinnen und Fahrer die deutsche Sprache beherrschen. Deshalb gibt es einen zwölf wöchigen Intensivkurs durch das bfz. Im Anschluss findet in weiteren zwölf Wochen ein Praktikum bei der MVG und die Fortsetzung des Deutschkurses statt. Bewerberinnen und Bewerber, die hier geeignet erscheinen, werden nach einer für den Fahrdienst erforderlichen werkärztlichen Untersuchung bei der MVG eingestellt.

Ausbildung

Fahrerprojekt - U-Bahn

Mohamad Omar Youzghadli (U-Bahnfahrer, Syrien, 21), Natalia Naumova (Auszubildende U-Bahnfahrerin, Russland, 42), Habib Hakimi (Auszubildender U-Bahnfahrer, Afghanistan, 34). Quelle: SWM

Nun beginnt die Ausbildung als U-Bahn- oder Busfahrer. Das Arbeitsverhältnis bei der MVG ist dabei unbefristet. Sieben Teilnehmer haben die Ausbildung bereits absolviert und befördern seit Dezember 2017 Münchens Fahrgäste auf den Straßen und durch den Untergrund. Weitere neun Teilnehmer befinden sich derzeit in der Ausbildung. Und in diesen Tagen startet ein weiterer Kurs mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Ich finde, das ist ein super Projekt. Einerseits möchten die Flüchtlinge in Deutschland arbeiten und sich integrieren. Andererseits wird etwas gegen den Personalmangel im Fahrdienst getan. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, die sich positiv auszahlen wird. Davon bin ich überzeugt.

Wie ist Deine Meinung dazu? Findest Du es gut oder eher schlecht? Schreib es mir in die Kommentare.

Augsburg plant kostenlosen Innenstadt-Nahverkehr

Der neue Königsplatz

Der zentrale Umsteigepunkt Königsplatz. Foto: Marcus Bölt

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, plant Augsburg für 2019 eine neue City-Zone einzuführen, innerhalb der die Fahrt mit Bus und Tram kostenlos sein soll. Mit dieser Maßnahm soll die Luft in der Innenstadt verbessert werden und man erhofft sich weniger Parksuchverkehr. Autofahrer könnten so Parkhäuser am Rande der City-Zone anfahren und ohne eine Ticket zu lösen die Innenstadt besuchen.

Die City-Zone soll vom Königsplatz und Moritzplatz jeweils eine Station weit gelten. Damit wäre auch für Fahrgäste, die mit dem Zug nach Augsburg kommen eine Fahrt in die Innenstadt ohne zusätzliches Ticket frei, denn der Hauptbahnhof ist in der City-Zone mit enthalten.

Folgende Stationen wären durch die Regel in der City-Zone enthalten und bieten die kostenlose Fahrt innerhalb: Hauptbahnhof, Königsplatz, Moritzplatz, Theater, Rathausplatz, Theodor-Heuss-Platz, Frohsinnstraße und Ulrichsplatz. Wie die Zeitung weiter berichtet, würde sich der Kurzstreckentarif bei der City-Zone jeweils um eine Station verlängern.

Sollte der Stadtrat den Plänen zustimmen, wäre Augsburg damit die erste deutsche Großstadt, die kostenlosen Nahverkehr dauerhaft anbietet. Die Stadtwerke rechnen mit Kosten in Höhe von 500.000 Euro und hoffen diese über Förderungen finanzieren zu können.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Inhalt

(C) Universum/24 Bilder

Ben lebt mit seinen sechs Kindern von der Zivilisation abgeschieden im Wald. Seine Kinder unterrichtet er selbst mit einem Lehrplan, bei dem Wissenschaften, Philosophie, Religionen, Politik und Sprachen ein große Rolle spielen. Schon die Jüngsten wissen um ihre Rechte und können komplexe Zusammenhänge der Naturwissenschaften verstehen und erklären. Dazu kommt noch täglicher Sport, Training von Selbstverteidigung und die Jagd, um sich selbst mit Nahrung versorgen zu können.

Leslie, seine Frau, ist bereits vor Monaten zu ihren Eltern zurück, die ihr eine Therapie bezahlen – denn Leslie leidet an einer bipolaren Störung. Als Ben mit dem ältesten Sohn Bo ins nächstgelegene Dorf fährt, um von dort mit Leslie zu telefonieren, erfährt er, dass sie sich selbst das Leben genommen hat. Obwohl es Leslies Vater verboten hat, macht er sich mit den Kindern auf und fährt zu ihrer Beerdigung. Unterwegs im Bus kommen die Kinder zum ersten Mal richtig mit der amerikanischen Zivilisation in Berührung.

Weiterlesen

A Royal Night – Ein königliches Vergnügen

(C) Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Es ist der 8. Mai 1945, Deutschland hat kapituliert. Die englische Bevölkerung feiert in dieser Nacht den Sieg und den Beginn des Friedens. Die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret möchten sich unter das Volk mischen und in dieser einmaligen Nacht inkognito mitfeiern. Ihre Eltern sind davon gar nicht begeistert, lassen sich jedoch dazu überreden, allerdings unter der Voraussetzungen, dass zwei Soldaten als Bewacher sie begleiten.

Im Hotel Rizz, das sie als erstes ansteuern, wartet man bereits auf die beiden Prinzessinnen – für einen abgeschotteten Empfang, den die Queen für ihre Töchter arrangiert hat. Elizabeth und Margaret können sich jedoch davon schleichen, auch weil ihre Bewacher sich selbst ins Amusement stürzen. Margaret nennt einen Mann kennen, mit dem sie beschliesst am Trafalgar Square weiterzufeiern. Elizabeth folgt Margaret, landet jedoch im falschen Bus und so werden die beiden Schwestern getrennt.

Im Bus lernt Elizabeth den Flieger Jack kennen, den sie fortan um Hilfe bittet, ihre Schwester Margaret zu suchen. Am Trafalgar Square angekommen ist Margaret jedoch bereits weitergezogen und Jack und Elizabeth folgen ihrer Spur.

Währenddessen ist Margaret in einem Bordell gelandet, kennt aber diese Art von Etablissements nicht. Als sie dem Bordellchef erklärt, dass sie das Zugangspasswort zur Chelsea-Kaserne kennt, wittert er großes Geschäft und bietet Margaret an, sie dorthin zu begleiten – mit seinen Damen im Schlepptau.

Weiterlesen

Die @DB_Bahn twittert

Zugegeben, das ist keine neue Meldung. Das ging vor ein paar Wochen, als die Bahn mit dem twittern begonnen hatte, ja fleißig durch die Medien. Beim @mahrko könnt ihr nachlesen, welcher Aufwand bei der Bahn betrieben werden musste um den Twitter-Account @DB_Bahn starten zu können und weitere Hintergrundinfos, wie das intern gehandhabt wird. Insofern soll das hier kein Wow, die Bahn twittert-Beitrag werden, sondern ein Wow, das funktioniert richtig gut-Beitrag.

Früher gab es ja schon einmal einen Versuch der Bahn, mit den Kunden via Twitter in Kontakt zu treten. Das Dialog-Team von DB Regio Bayern aus Nürnberg hatte schon einmal ein Account eingerichtet, sind aber irgendwann verstummt. Warum kann ich jetzt nur spekulieren, ich vermute, man hat den Aufwand dafür einfach unterschätzt. Schade, denn Twitter ist die Kommunikation mit dem Kunden über den kurzen und schnellen Weg.

Nun ist man eben vor einigen Wochen bundesweit mit dem Account @DB_Bahn auf Twitter gestartet. Natürlich bin ich sofort gefolgt und hatte auch vor, den direkten kurzen Weg zu nutzen. Und das hab ich jetzt auch schon getan und bin begeistert:

Dieser Zugvoranzeiger am Münchner Marienplatz ist seit Wochen kaputt. Wird da auch mal was repariert? @DB_Bahnhttp://twitpic.com/5tj8me

@marcusboelt Danke für die Meldung. Die Kollegen vor Ort wissen schon Bescheid und kümmern sich darum. /jn

Ob der Anzeiger jetzt repariert ist, entzieht sich meiner Kenntnis, ich bin seitdem nicht mehr vorbeigekommen. Persönlich vermute ich mal, dass nicht. Aber da kann das Twitter-Team ja nichts dafür. Auf jeden Fall hätte ich niemals so etwas per E-Mail gemeldet, bis ich zuhause bin hab ich das zum einen vergessen, zum anderen hätte ich erst das Foto vom iPhone auf den Rechner laden müssen zum anhängen – zuviel Aufwand. Auch per Telefon hätte ich das sicher nicht gemeldet, ich rufe doch keine abzockteuren 0180-Nummern an, damit ich der Bahn einen Defekt ihrer Anlagen melde.

@DB_Bahn Darf man mit dem Weltmeisterinnenpass eigentlich auch den RailJet bis Salzburg benutzen?

@marcusboelt Ja, mit dem Weltmeisterinnen-Pass können Sie den RailJet bis Salzburg nutzen. /jn

Auch hier eine kurze und knackige Frage, die auch innerhalb kurzer Zeit beantwortet wurde. Ohne, dass man sich irgendwo in einem Reisezentrum anstellen muss, ohne, dass man dafür extra Zeit aufwenden muss, ohne, dass einem ein unmotivierter Mensch mit ostdeutschem Dialekt unfreundlich antwortet. Super bequem.

Kostenlos Toblerone von @DB_Bahn Danke schön.

@marcusboelt Mmhh lecker, da hätten /me und /mi auch ganz dolle Lust drauf ;-) . /mi

 

Ich glaube, hier wissen die Damen und Herren von @DB_Bahn selber noch nicht einmal den Hintergrund. Ich fuhr vergangenen Dienstag im ICE 545 und zwischen Hannover und Berlin wurden als Entschädigung für die bauarbeitenbedingte Fahrzeitverlängerung kostenlos Tageszeitungen und Toblerone gereicht. Und ich wollte meine Timeline einfach mal dran teilhaben lassen. Dass dann @DB_Bahn auch gleich drauf reagiert hätte ich nicht gedacht, aber es zeigt, dass man den Account auch unbedingt menscheln lassen will. Finde ich Klasse!

Folgt Ihr schon @DB_Bahn? Wird höchste Zeit. Und bitte so weitermachen!

 

Die neue Exekutive

Wir leben in einem unsicheren Land, voller Gewalt, voller Überfälle. Man darf sich nachts nicht mehr auf die Straße trauen, andere Leute ansprechen sowieso nicht mehr. Zu leicht könnte einem eine Faust entgegenkommen, ein inneres Organ die unangenehme Bekanntschaft eines Messers machen oder im schlimmsten Fall sogar mit einer Kugel.

Deutschland ist unsicher geworden. Das Aufbauschen jedes noch so kleinen Falls in den Medien, die medial wirksame Empörung von Politikern aller Parteien und der inflationäre Gebrauch des Wortes Videoüberwachung und der massive Ausbau selbiger lässt dieses nicht nur vermuten, nein, man bekommt als Bürger sogar das Gefühl, es wäre so. Aber seien wir uns doch mal ehrlich: So sicher wie heute waren wir noch nie!

Die Videoüberwachung, von Bürgern und Politikern sowohl verschärft gefordert als auch abgelehnt, scheint die Polizei als Exekutive ablösen zu sollen, so drängt sich mir der Verdacht auf. Ist sie doch billiger im Unterhalt als die Bezahlung eines Polizisten. Aber bringt sie wirklich mehr Sicherheit? Definitiv: nein.

Videokameras können uns lediglich als stumme Zeugen dienen. Ein Überfall, eine Gewalttat wird durch sie nicht verhindert, sie wird nur aufgezeichnet in einer Bildqualität, in der sich kaum ein Täter eindeutig identifizieren lässt.

Aber warum wird die Videoüberwachung als Erfolg verkauft? Nun, auf den ersten Blick ist sie das vielleicht. In Bussen hat man positive Erfahrung damit, weil sie Vandalismus verringerte. Sicherlich, die Schüler sind ja auch nicht blöd. Wenn sie jedem Tag mit dem gleichen Bus zur Schule fahren, können sie auch tatsächlich erkannt und erwischt werden. Es braucht nur jemand in genau diesen Bus einsteigen. Aber abends, im Gelegenheitsverkehr? Vielleicht schreckt die Überwachung ein wenig ab, solange sie neu ist. Aber nachdem wir uns gerade daran gewöhnen, wird das Bild bald das alte sein. Die Chance, damit jemanden zu erwischen tendiert gegen null.

Können Sicherheitsdienste und Polizei Gewalttaten verhindern? Auch hier lautet die Antwort leider: nein. Aber sie können die Bereitschaft dazu senken. Sicher sind Sicherheitsdienste und Polizei nicht immer präsent wie eine Videokamera. Aber wie ich eben schon anführte, an dauernde Präsenz gewöhnt man sich. An häufige Präsenz, wie sie die Sicherheitsdienste und die Polizei bieten können, jedoch nicht.

Fatalerweise haben wir in den letzten Jahren ständig im Bereich der Polizei Stellen abgebaut und Kosteneinsparung betrieben. Und es wird noch weitergehen. Und genau die gleichen Politiker, die uns die Videoüberwachung als mehr Sicherheit verkaufen wollen, haben den Abbau und die Einsparung verschuldet. Diese Politiker haben unsere Sicherheit verkauft, um ihren Haushalt zu konsolidieren, anstatt an anderen Stellen das Geld einzusparen – oder müssen wir tatsächlich China einen U-Bahn finanzieren?

Kommt es zu einer Gewalttat, an der eine Videokamera und eine Polizeistreife vor Ort ist, wer wird Eurer Meinung nach Schlimmeres verhindern? Sicherheitsdienste und Polizei können aktiv eingreifen, die Kamera wird immer nur eines machen: zuschauen. Die Kamera ruft keinen Rettungsdienst, die Kamera kann keine Erste Hilfe leisten. Und ist das Bild nicht zufällig auf einen Monitor aufgeschaltet, bleibt das Opfer auch weiter ohne Hilfe. Und das soll ein Sicherheitsgewinn sein?

Im Rahmen des Umbaus unseres Staates in einen Überwachungsstaat werden die Kameras sicherlich gute Hilfe leisten können. Eine denkbare Szene in nicht mehr allzu ferner Zukunft:

Herr B. hat mit Freunden seinen Geburtstag gefeiert und dabei ein Glas Wein konsumiert. Bei der Fahrt nach Hause kommt eine aggressive Gruppe auf der Suche nach einem Opfer auf ihn zu und schlägt ihn grundlos zusammen. Ein zufällig vorbeikommender Passant ruft mit dem Mobiltelefon Hilfe, Herr B. wird mit dem Notarzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort kommt der Arzt auf ihn zu und sagt ihm:

“Tja, Herr B. es tut uns leid, aber wir können Sie nicht behandeln. Wie auf den Überwachungskameras des Restaurants zu sehen ist, haben sie ein Glas Wein getrunken und sind nicht mehr nüchtern. Daher verweigert die Krankenkasse die Kostenübernahme für die Behandlung, da bei Ihnen in der elektronischen Gesundheitsakte vor einem Jahr erhöhte Leberwerte festgestellt wurden.

Ausserdem hat man Ihren Rechner online durchsucht und dabei drei Rechnungen eines Weinhändlers gefunden, die in den letzten 12 Monaten ausgestellt wurden. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten für Alkoholismus oder damit verbundene Verletzungen. Und da die Überwachungskamera ihren Überfall wegen eines Defekts nicht aufzeichnen konnte, geht man davon aus, dass Sie betrunken und nicht völlig unschuldig an dem Überfall waren.

Wir haben uns dann von Ihrer Bank eine Auskunft über Ihren Finanzstatus geholt. Tja, da siehts bei Ihnen ja leider auch nicht gut aus, das wissen Sie ja. Daher können wir Sie hier nicht behandeln, sie können uns ja nicht bezahlen und wir müssen ja auch schauen wo unser Geld bleibt. Dafür haben Sie doch sicher Verständnis, nicht? Ich wünsche Ihnen alles Gute. Sollen wir noch jemand anrufen, der sie hier abholt?”

Tja, dumm gelaufen, wie? Nicht dokumentiert im staatlichen Netzwerk der Grausamkeiten wurde, dass Herr B. die erhöhten Leberwerte durch Einnahme von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten her stammten. Nicht dokumentiert waren die Geschenke an Freunde, denn Herr B. schenkt seinen Freunden immer eine Flasche Wein zum Geburtstag. Die Szene ist so abwegig leider nicht, die Grundsteine hierfür werden aktuell gelegt. Die Kombination dieser Grundsteine zu einem Überwachungsnetzwerk ist nur noch eine Kleinigkeit.