Person im Gleis: Augsburger bekommt nach Wiesn-Besuch Geldauflage

S-Bahn Markt Altomünster

S-Bahn “Markt Altomünster”. Foto: Marcus Bölt

Diesen Wiesn-Besuch wird ein Augsburger nie wieder vergessen. Am Abend es 30. Septembers 2017 wurde er von der Bundespolizei im Gleisbereich um die Münchner Hackerbrücke und den Hauptbahnhof aufgegriffen. Mit über 2 Promille war er in Motorik und im Sprachgebrauch eingeschränkt.

Nun musste er sich vor Gericht für den gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr verantworten. Wie er in den Gleisbereich gekommen ist, fehlt in seiner Erinnerung. Die Forderung der Staatsanwaltschaft schockierte den Mann: 50 Tagessätze zu je 55 Euro wurden als Strafe gefordert. Das Gericht bot an, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 800 Euro für eine Augsburger Sozialeinrichtung einzustellen. Der Augsburger, der sein Verhalten bereute, akzeptierte das Angebot.

Insgesamt kam es durch seinen verbotenen Ausflug zu einer Sperrung des S-Bahn-Verkehrs von rund 30 Minuten, mitten im Abtransport der Wiesn-Besucher. Ob die Deutsche Bahn noch wegen Schadensersatz klagen wird, ist bisher nicht bekannt.

Augsburg plant kostenlosen Innenstadt-Nahverkehr

Der neue Königsplatz

Der zentrale Umsteigepunkt Königsplatz. Foto: Marcus Bölt

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, plant Augsburg für 2019 eine neue City-Zone einzuführen, innerhalb der die Fahrt mit Bus und Tram kostenlos sein soll. Mit dieser Maßnahm soll die Luft in der Innenstadt verbessert werden und man erhofft sich weniger Parksuchverkehr. Autofahrer könnten so Parkhäuser am Rande der City-Zone anfahren und ohne eine Ticket zu lösen die Innenstadt besuchen.

Die City-Zone soll vom Königsplatz und Moritzplatz jeweils eine Station weit gelten. Damit wäre auch für Fahrgäste, die mit dem Zug nach Augsburg kommen eine Fahrt in die Innenstadt ohne zusätzliches Ticket frei, denn der Hauptbahnhof ist in der City-Zone mit enthalten.

Folgende Stationen wären durch die Regel in der City-Zone enthalten und bieten die kostenlose Fahrt innerhalb: Hauptbahnhof, Königsplatz, Moritzplatz, Theater, Rathausplatz, Theodor-Heuss-Platz, Frohsinnstraße und Ulrichsplatz. Wie die Zeitung weiter berichtet, würde sich der Kurzstreckentarif bei der City-Zone jeweils um eine Station verlängern.

Sollte der Stadtrat den Plänen zustimmen, wäre Augsburg damit die erste deutsche Großstadt, die kostenlosen Nahverkehr dauerhaft anbietet. Die Stadtwerke rechnen mit Kosten in Höhe von 500.000 Euro und hoffen diese über Förderungen finanzieren zu können.

Mit der S-Bahn nach Augsburg – Aktion zum Welt-Aids-Tag

Alljährlich sammelt die S-Bahn München mit einem Sonderzug am Welt-Aids-Tag Geld für die Münchner Aidshilfe. Während man in den letzten Jahren am 1. Dezember mit einem speziell für diesen Tag beklebten Zug der aktuellen Baureihe 423 auf der Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof pendelte, hat man sich für dieses Jahr etwas Neues ausgedacht. Ein Fahrt nach Augsburg.

Ein Zug der Baureihe 420 fährt Richtung Augsburg. Foto: Marcus Bölt

Ein Sonderzug mit der Baureihe 420, der ersten S-Bahn-Baureihe Münchens, startet am 2. Dezember 2017 die Fahrt am Münchner Ostbahnhof. Von dort wird die Stammstrecke durchfahren, über den Nord- und den Südring geht es dann nach Augsburg. In Augsburg besteht dann die Möglichkeit, den Christkindlesmarkt zu besuchen, bevor es nach 2 Stunden wieder zurück nach München geht.

Die Mitfahrt kostet 15 Euro. Fahrkarten können ausschließlich im Zug erworben werden. Los geht es um 12.59 Uhr am Ostbahnhof, Gleis 3. Während der Fahrt stehen Heißgetränke, Plätzchen und Kuchen zur Verfügung. Sämtliche Einnahmen werden an die Münchner Aidshilfe gespendet.

Ich finde, das ist ein feiner Zug der Deutschen Bahn und deren Mitarbeiter. Mitfahrt erwünscht!

Ich bin Weltmeisterin – 3: Köln und Berlin

Nein, haltet mich bitte nicht für normal. Ich bin es nicht, sonst würde ich ja solche Aktionen nicht bringen können. So Aktionen wie mit dem Weltmeisterinnen-Pass durch die Gegend zu fahren. Allerdings bin ich da wohl auch nicht der Einzige.

Jedenfalls ging es am Dienstag wieder nach Köln, mit Unterbrechungen in Augsburg und Ulm. Den Tag später gings weiter nach Berlin und abends mit dem letzten Zug wieder heim – für den letzten Zug wurde ich zwischenzeitlich noch als mutig bezeichnet, hab ich ja nur 27 Minuten Umsteigezeit in München auf meine letzte S-Bahn. Aber: die Bahn überraschte.

Nachdem wir nicht nur schon zu spät in Berlin abgefahren sind, hatte unser ICE in Leipzig Probleme mit dem Ankuppeln eines weiteren Zugteils. Erst beim dritten Versuch mochten sich die beiden Zugteile und wir sind mit über 20 Minuten Verspätung los. Der Zug hatte aber genügend Puffer im Fahrplan eingebaut, denn in München waren wir pünktlich. Eigentlich ab Bamberg schon. Das hat mich doch etwas verblüfft.

Aktuell bin ich gerade unterwegs nach Mannheim, mein ICE musste allerdings zwischen Augsburg und Ulm eine Umleitung fahren und nach Ulm gabs noch eine Bahnübergangs-Störung gratis dazu. Aus Stuttgart sind wir mit 42 Minuten Verspätung raus. 18 Minuten fehlen jetzt noch, dann wirds ein Fall für das Fahrgastrechte-Formular. Da geht noch was, Deutsche Bahn ;)

3425 km hab ich mit dem Weltmeisterinnen-Pass jetzt schon hinter mir und habe gerade etwa 70 Minuten Verspätung an meinen Zielbahnhöfen gesammelt. Da hatte ich doch mit mehr gerechnet. Vielleicht ist die Bahn doch wieder deutlich besser geworden als ihr Ruf.

Ich bin Weltmeisterin – 2

Puh, war das ne Nacht, diese Rückfahrt aus Köln. Nicht groß problematisch, nicht groß erlebnisreich, aber lange. Viel zu lange. Um 22.55 Uhr sollte es losgehen, der ICE musste aber noch auf Anschlußreisende warten und so gings halt 5 Minuten später los. Bis Frankfurt Flughafen war das locker aufgeholt.

In dem Zug gabs dann eine positive Überraschung: der Service vom BordBistro. Anstatt zu warten bis die Fahrgäste zu ihm (nicht) kommen, schnappte sich der Mitarbeiter einfach ein Tablett mit einer Getränkeauswahl und ging durch den Zug und fragte. Ich bin mir sicher, er hat so mehr verkauft, als wenn er in seinem Bistro geblieben wäre. Mir ersparte es den Weg zum Bistro, denn ich hatte schon vor mir ein Bier zu holen, nachdem der Schaffner meine Fahrkarte kontrolliert hätte.

Wie erwähnt, bis Frankfurt Flughafen – meinem Umsteigepunkt – war der Zug wieder pünktlich. Mein Anschlusszug kam 10 Minuten später, bis in den Süden sollten es zwischenzeitlich bis zu 30 Minuten werden. Mein ursprünglicher Reiseplan sah vor in Pasing auf die erste S-Bahn ins Dorf umzusteigen, aufgrund der Verspätung war ich dann aber schneller mit einem Umstieg in Augsburg und Mammendorf. Gut, wenn man Internet unterwegs dabei hat und alles raussuchen kann.

Apropos Internet: meine ursprüngliche Idee, nach dem Umstieg im Zug zu schlafen, hat das Internet erfolgreich durchkreuzt. Zu sehr bin ich im Chat hängen geblieben und irgendwann war auch der Punkt erreicht, an dem sich es auch nicht mehr gelohnt hätte. Und da der Zug bessere Repeater hatte als die Züge tagsüber ist auch das Internet vom O2-Surfstick fast nicht ausgefallen. Lediglich drei Unterbrechungen gab es – beim WLAN im ICE sah das schon anders aus: speziell zwischen Montabaur und Frankfurt war das schon eher eine Qual, laufende Unterbrechungen und neu einloggen am T-Mobile Hotspot waren nur noch nervig. Ich hätte den Stick wohl gleich rausholen sollen.

Für die Bahnfreaks unter Euch vielleicht interessant: IC1591 von Frankfurt nach Stuttgart – in der Nacht Sonntag/Montag bis München – verkehrt mit einem ICE-T. Nicht erst seit kurzem, vor Jahren habe ich den Zug schon einmal benutzt und auch damals war es bereits ein ICE-T, der als IC verkehrt. Was wohl an den vielen Halten liegt, die der Zug in der Nacht einlegt. Halte wie in Wiesloch-Walldorf, ein Ort an dem ich mich tagsüber sicher nicht hinverlaufen hätte.