Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft schreibt Re­gio­nal­ver­keh­re im E-Netz Main­fran­ken aus

Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft schreibt Re­gio­nal­ver­keh­re im E-Netz Main­fran­ken aus

10. Dezember 2018 0 Von Marcus

Täglicher Stun­den­takt zwischen und Bamberg / Einsatz von bar­rie­re­frei­en Elektro-Trieb­zü­gen auf der Strecke – Lauda / Neue Stationen -Hei­dings­feld West und Ost / Bar­rie­re­freie Bahnhöfe und Schwein­furt

Die Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und ­ver­kehr in Bayern plant, fi­nan­ziert und kon­trol­liert, schreibt in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Mi­nis­te­ri­um für Verkehr Baden-Würt­tem­berg und dem Rhein-Main-Ver­kehrs­ver­bund die Re­gio­nal­ver­keh­re im E-Netz Main­fran­ken aus. Die Vergabe der Leis­tun­gen erfolgt in einem eu­ro­pa­weit be­kannt­ge­mach­ten offenen Ver­ga­be­ver­fah­ren. Angebote können bis abgegeben werden. Der Zuschlag erfolgt vor­aus­sicht­lich Mitte . Die Ver­trags­lauf­ erstreckt sich über einen Zeitraum von 6 Jahren, von 2021 bis 2027. Die ver­gleichs­wei­se kurze Ver­trags­lauf­zeit wurde gewählt, weil die Strecken ab Ende 2027 in ein größeres Wett­be­werbs­netz in­te­griert werden sollen. Aus­ge­schrie­ben wird ein Leis­tungs­vo­lu­men von ca. 4,75 Mio. ­ki­lo­me­tern (Zkm), davon jeweils ca. 0,2 Mio. Zkm in Hessen und Baden-Würt­tem­berg. Zum Wett­be­werbs­pro­jekt „Main­fran­ken“ gehören folgende Strecken:

·   Würzburg –
·   Würzburg – Bamberg
·   Würzburg – Lauda
·   Würzburg – Gemünden
·   Würzburg – Markt­breit
·   Gemünden – Schlüch­tern
·   Gemünden – Aschaf­fen­burg

Fahrplan- und Be­triebs­kon­zept

Das be­ste­hen­de Fahr­plan­an­ge­bot wird punktuell und be­darfs­ge­recht ausgebaut, bei­spiels­wei­se durch Ka­pa­zi­täts­er­wei­te­run­gen auf der stark aus­ge­las­te­ten Strecke Würzburg – Nürnberg. Zugleich wird das Re­gio­nal­bahn-Angebot zwischen Würzburg und Lauda sowie auf der Strecke Würzburg – Bamberg auf einen durch­ge­hend täglichen Stun­den­takt erweitert. Im engeren Ein­zugs­be­reich Würzburgs wird das be­ste­hen­de halb­stünd­li­che Re­gio­nal­bahn-Angebot montags bis freitags auf den frühen Nach­mit­tag (zur Stunde 14:00 Uhr) aus­ge­dehnt. Um den Be­dürf­nis­sen des - und Pend­ler­ver­kehrs am Nach­mit­tag noch besser gerecht werden zu können, fahren die Ver­dicht­er­zü­ge zwischen Würzburg und den Stationen Karlstadt, Markt­breit und Kitzingen auch in der Stunde 14:00 Uhr.
Mit Start des Wett­be­werbs­net­zes Main­fran­ken werden im RB-Verkehr Würzburg – Lauda aus­schließ­lich bar­rie­re­freie Elektro-Triebzüge zum Einsatz kommen und das Zug­an­ge­bot auf stünd­li­che Bedienung aus­ge­wei­tet.
Auch auf hes­si­scher Seite der Strecke Gemünden (Main) – Schlüch­tern wird das Fahr­ten­an­ge­bot aus­ge­wei­tet: Ab Dezember 2021 besteht ein täglicher, lü­cken­lo­ser 2h-Grundtakt zwischen Jossa und Schlüch­tern  mit neuen Früh­ver­bin­dun­gen an Sonntagen gegen 8 Uhr und zu­sätz­li­chen täglichen Abend­ver­bin­dun­gen nach 20 Uhr (Schlüch­tern: Ankunft aus Würzburg 20:22 Uhr, Abfahrt nach Würzburg 20:38 Uhr). Her­vor­zu­he­ben ist auch die Ein­rich­tung einer neuen Früh­ver­bin­dung montags bis freitags ab Jossa um 06:36 Uhr nach Würzburg Hbf (an 07:34 Uhr) sowie die Schlie­ßung einer abend­li­chen An­ge­bots­lü­cke an Samstagen und Sonntagen.  Deutlich ver­bes­sern wird sich die Situation an den großen Kno­ten­bahn­hö­fen der Region: Zum Be­triebs­start im Dezember 2021 werden die Bahnhöfe Würzburg und Schwein­furt bar­rie­re­frei sein. Auch die neuen Stationen Würzburg-Hei­dings­feld Ost (Strecke Würzburg – Markt­breit – Ansbach) und Würzburg-Hei­dings­feld West (Strecke Würzburg – Lauda) werden nach aktuellem Pla­nungs­stand als at­trak­ti­ve und bar­rie­re­freie Ver­knüp­fungs­punk­te zum Würz­bur­ger Stadt­ver­kehr zur Verfügung stehen und ebenfalls min­des­tens stündlich bedient.

Hohe Qua­li­täts­an­for­de­run­gen

Um den Fahr­gäs­ten einen hohen Komfort und um­fang­rei­chen zu bieten, gelten hohe An­for­de­run­gen hin­sicht­lich Pünkt­lich­keit und An­schluss­si­che­rung, Stör­fall­ma­nage­ment, Sitz­platz­ka­pa­zi­tä­ten, Sau­ber­keit und Ser­vice­ori­en­tie­rung.
Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men ist ver­pflich­tet, alle Züge und Zug­ki­lo­me­ter zu 100 % mit min­des­tens einem Zug­be­glei­ter zu besetzen. Die Sitz­platz­ka­pa­zi­tä­ten werden ent­spre­chend der er­war­te­ten Nachfrage, unter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung des Berufs-/ Schü­ler­ver­kehrs, vor­ge­ge­ben. Ab­wei­chun­gen von den ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Leis­tun­gen werden durch Ent­gelt­min­de­run­gen (so­ge­nann­ten Pönalen) bestraft.
In diesem Netz kommt das neue Pünkt­lich­keits­mess­sys­tem der BEG zur Anwendung, durch das Ver­spä­tun­gen abhängig von ihrer Dauer pö­na­li­siert werden.
Des Weiteren muss das Un­ter­neh­men mit dem Netz am Qua­li­täts­mess­sys­tem der BEG teil­neh­men. Damit prüft die Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft die Sau­ber­keit der Züge, die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Aus­stat­tung, die Fahr­gast­in­for­ma­ti­on im Zug, die Kompetenz und Ser­vice­ori­en­tie­rung der Zug­be­glei­ter und die Kun­den­ori­en­tie­rung bei Be­schwer­den.

Tarif und Vertrieb

Die müssen ohne be­son­de­ren Aufwand jederzeit Ta­ri­fin­for­ma­tio­nen erhalten und einen Fahr­schein kaufen können. Das gilt für Ver­bund­fahr­schei­ne (VAB, VGN, VRN, RMV und VVM) und solche nach dem Nah­ver­kehrs­ta­rif für Re­gio­nal­zug­fahr­ten über Ver­bund­ge­bie­te hinaus. Gewünscht wird auch der zu­sätz­li­che Verkauf von Fern­ver­kehrs­fahr­schei­nen. Grund­sätz­lich werden an allen Stationen bar­rie­re­frei er­reich­ba­re Fahr­aus­weis­au­to­ma­ten gefordert. Im Interesse der geben die Auf­ga­ben­trä­ger für per­so­nen­be­dien­te Ver­kaufs­stel­len Min­dest­öff­nungs­zei­ten vor.

Per­so­nal­über­gang

Die Auf­ga­ben­trä­ger geben  für den Fall eines Be­trei­ber­wech­sels dem Gewinner der Aus­schrei­bung vor, dass er vom Alt­be­trei­ber die für die Er­brin­gung der Ver­kehrs­leis­tung be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer übernimmt.

Brut­to­ver­trag

Um Wett­be­werb bei dieser Aus­schrei­bung zu er­mög­li­chen, begrenzen die drei Auf­ga­ben­trä­ger die Risiken der Kal­ku­la­ti­on von Fahr­gel­der­lö­sen, indem sie den Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men einen Brut­to­ver­trag anbieten. Beim Brut­to­ver­trag liegen die Er­lös­ri­si­ken und -chancen nicht beim EVU, sondern beim Freistaat, beim Land Baden-Würt­tem­berg bzw. beim RMV. Für das Ver­kehrs­un­ter­neh­men wird in diesem Fall ein Anreiz gesetzt, der sich im baye­ri­schen Stre­cken­ab­schnitt nach der je­wei­li­gen Stei­ge­rung der Fahr­gel­der­lö­se richtet.