4 Monate Fiasp® – Meine Erfahrungen

4 Monate Fiasp® – Meine Erfahrungen

1. Mai 2018 0 Von Marcus

Es war Mitte letzten Jahres, da fragte ich meine Diabetesberaterin nach ihrer Meinung zu dem neuen Fiasp® von Novo Nordisk. Das Marketing von Fiasp® verspricht, dass es schneller ins Blut geht als die bisherigen Sprint-Insuline und die Blutzuckereinstellung dadurch verbessert. Die Antwort meiner Diabetesberaterin war genau das, was man auch in Foren nachlesen kann: bei den einen wirkt es besser, bei anderen schlechter, bei wieder anderen gleich. Das Beste wäre, ich würde es einfach ausprobieren. Gesagt, getan. Ich habe mir Fiasp® verschreiben lassen und irgendwann zwischen den Jahren meine das erste Mal damit befüllt.

Die ersten zwei Wochen

Gleich mal eines vorweg: Wer umstellt, muss viel Geduld haben. Direkt nach der Umstellung gingen meine Zuckerwerte erst einmal gut in die Höhe. Ich war ständig damit beschäftigt Korrektur-Boli zu spritzen. Der ging nicht runter und blieb auf hohem Niveau konstant – allerdings auch nach dem Essen.

Ich war geduldig, denn der Körper bekommt ein neues Mittel und muss sich darauf einstellen. Das ist normal und bei vielen Medikamenten so. Also lebte ich mit meinen hohen Werten, spritzte Korrektur-Boli und nahm es einfach so hin, wie es ist.

Nach etwa 10 Tagen begann der Körper dann auch tatsächlich zu reagieren und mein Blutzucker kam wieder auf ein normales Niveau zurück. Ich konnte mich wieder auf meine Essens-Boli konzentrieren und stellte hier die höhere Geschwindigkeit von Fiasp® fest: einen Spritz-Ess-Abstand durfte ich nicht mehr machen, sondern musste den Essensbolus direkt vor der Mahlzeit abgeben. Andernfalls kam ich in eine Hypoglykämie (Unterzuckerung). Bei niederen Blutzuckerwerten oder sehr fett- und eiweißhaltigen Mahlzeiten war es sogar besser, den Bolus erst nach dem Essen abzugeben.

Meine Blutzuckerwerte hatten sich wieder stabilisiert, die erhoffte, flachere Kurve nach den Mahlzeiten blieben aber aus. waren meine Werte genauso wie mit meinem , das ich vorher hatte. Mit denselben Spitzen.

Nach zwei Monaten

Ich weiß nicht mehr genau, wann es begonnen hat. Aber im Laufe der nächsten 6 Wochen trat eine weitere Verbesserung ein: der Anstieg nach den Mahlzeiten wurde tatsächlich flacher, die Scheitelspitze des Blutzuckersanstiegs war weiter unten. Ich glaube, erstmalig in meinem , hatte ich postprandial keine Werte mehr über 200 mg/dl (11,1 mmol/l). Die Scheitelspitze war zwischen 170 mg/dl (9,44 mmol/l) und 180 mg/dl (9,99 mmol/l). Damit war die Wirkung von Fiasp® tatsächlich dort angekommen, was vom Marketing versprochen wurde. Und ich war froh, nicht wieder zu meinem früheren Insulin zurückgekehrt zu sein.

Heute, nach vier Monaten

Die Verbesserung ging weiter. Die bessere Wirkung hat sich auch in meiner Basalrate niedergeschlagen. Ich musste sie im Laufe des dritten Monats um 10% reduzieren. Ebenfalls ein erstes Mal in meinem Leben. Bis dato musste ich immer meine Basalrate nach oben anpassen. Und meine Blutzuckerwerte sind so gut, wie schon seit Jahren nicht mehr. Demnächst wird der erste genommen, bei der meine Therapie vollständig unter Fiasp® lief. Ich bin gespannt.

Was sonst noch?

Natürlich gibt es auch Negatives über Fiasp® zu berichten. Eine bessere Wirkung von Korrektur-Boli gibt es nicht, im Gegenteil. Bei sehr hohen Werten hat man das Gefühl, nur noch Wasser zu spritzen. Hier bleibt auch nur: Geduld, Geduld, Geduld. Es kann mitunter einen Tag dauern, bis man sich wieder in die Normalwerte korrigiert hat, über mehrere Boli. Daran muss man sich auch erst einmal gewöhnen.

Und das Brennen bei der Insulinabgabe möchte ich auch nicht unterschlagen. Eine hohe Insulindosis hat schon immer bei der Injektion ein Brennen verursacht. Bei Fiasp® spüre ich auch bei einer kleinen Dosis ein Brennen, bei einer höheren Dosis ist es umso stärker. Aber es ist meinem Empfinden nach nicht schlimm und gut auszuhalten. Als Besitzer einer Insulinpumpe empfinde ich das sogar als einen Vorteil: Bei der Bolusabgabe spüre ich sofort, ob meine Kanüle noch richtig sitzt.

Fazit

Bis Fiasp® seine volle Wirkung entfaltet, vergehen durchaus mehrere Monate. Wer umstellt, sollte nicht erwarten, schnelle Resultate zu haben. In meinem Fall war es erst einmal schlechter. Aber die Geduld zahlt sich aus. Ich werde Fiasp® weiter verwenden und bin voll und ganz zufrieden. Meine postprandialen Werte haben sich verbessert, meine Blutzuckerkurve wurde flacher und meine Basalrate hat sich reduziert. Die Umstellung hat sich gelohnt und ich möchte Fiasp® auch nicht mehr hergeben.