mySugr. Diabetes-App fürs iPhone

mySugr-App. Zähme das Diabetes-Monster.

Um es gleich vorweg zu nehmen: dauerhaft benutzen werde ich diese App nie, eigentlich hab ich die Nutzung direkt nach den Screenshots für diesen Post eingestellt. Aus verschiedenen Gründen, Hauptgrund ist aber: mir gefällt sie einfach nicht und sie hat mich in einem 5-monatigen Test einfach nicht überzeugt. Aber jetzt nicht gleich das Lesen aufhören – ich stelle die App nämlich trotzdem vor. Vor allem, da von der App sehr viele begeistert sind und ich wohl eine Ausnahme darstelle.

mySugr ist spielerisch aufgebaut: man muss täglich Punkte sammeln, um die Diabetes-Sau zu besiegen. Punkte gibt es nicht nur für den Eintrag des aktuellen Blutzuckers, sondern auch für zusätzliche Einträge rund um die Messung: das Wohlbefinden, Sport, Mahlzeit, Hyposymptome, Alkoholgenuss, Reisen, Urlaub…. viele Punkte lassen sich anklicken, bis zu drei Stück – aber ein Eintrag ist Pflicht! Sonst wird man gar nicht bis zur Blutzuckereintragung vorgelassen.

mySugr-App. Wochenübersicht.

Natürlich darf das Essen nicht fehlen, wie viele BEs waren es denn? Dazu kann man auch noch im Freitext eintragen, was man gegessen hat und – sofern die Premiumversion freigeschalten ist – ein Foto machen. Das Foto halte ich für eine geniale Idee, sollte der Blutzucker nämlich später nicht passen, kann ich mir das Foto noch einmal anschauen und ins Verhältnis der geschätzten BE setzen. Und manchmal denkt man sich doch: was hast Du da für einen Blödsinn geschätzt. Der Bolus wird eingetragen und – leider innerhalb der gesamten App nur eine Randerscheinung – auch die Basaldosis kann eingetragen werden.

Und für den Sport oder die Bewegung ist auch Platz vorgesehen. Dauer und welche Art von Bewegung wird eingetragen und im Startbildschirm der App auch angezeigt – in Form der Gesamtdauer aller Aktivitäten der letzten Woche. Speichert man die Daten, dann gibt einem gleich ein Quadrat – das soll wohl die Diabetessau darstellen – Rückmeldung über den Blutzucker für ein paar Sekunden. Von gelb bis rot die schlechten Werte, grün die guten Werte. Außerhalb der Einträge zeigt dieses Quadrat die Häufigkeit der Eintragungen – auch hier soll natürlich grün angestrebt werden, es braucht aber ab Beginn der Eintragungen ein paar Wochen bis man soweit ist.

mySugr-App. Bewegungseingabe.

Rückblicke lassen sich natürlich auch ansehen – ein einzelner Monat, eine einzelne Woche, ein einzelner Tag, die einzelnen Eintragungen. Doch hier sind die für mich größten Nachteile: die Grafiken zeigen mir lediglich den Blutzucker, nicht jedoch die BEs oder die Insulindosis. Will ich die noch einmal sehen, muss ich mich bis zu den einzelnen Tagen durchkämpfen und finde sie dort in einer Tabelle – nicht jedoch das Basalinsulin. Vielleicht nehme ich das als ICTler zu wichtig, aber nachdem ich mir am frühen Nachmittag noch eine Injektion geben muss ist es für mich wichtig nachzusehen, ob ich sie überhaupt schon gegeben habe. Denn im Alltag des Arbeitsstress speichert man das im Hirn einfach nicht ab und man läuft Gefahr, dass sie einfach untergeht.

Ihr müsst zum Doc? Dann könnt ihr aus der App einen Report anfordern, er wird euch dann per E-Mail zugeschickt. Und damit kommen wir zu einem sensiblen Punkt: Eure gesamten Einträge werden nicht nur in der App, sondern auch auf einem Server gespeichert. Wer damit nicht klar kommt oder Bedenken hat sollte die Finger von der App lassen.

mySugr-App. Challenges zum Premium-Freispielen.

Der PDF-Report zeigt die Werte an den einzelnen Tagen, hat man mehrmals pro Stunde gemessen, wird der Mittelwert in dieser Stunde angezeigt. Nicht gut, wenn man einen Basalratentest macht, da muss man noch zusätzlich mitschreiben. Das Essen und zusätzliche Bemerkungen stehen bei jedem Tag als kleingeschriebene Fußnote – finde ich persönlich jetzt auch nicht toll, die Übersichtlichkeit geht total verloren.

Was an dieser App wirklich motivierend ist: es gibt Challenges, mit denen man sich mehrere Tage Premium-Version frei spielen kann. Challenges zur Dokumentation als auch motivierende Challenges um Sport zu treiben. Das ist das Beste an der ganzen App.

Apropos Premium-Version: ich möchte nicht vorenthalten, dass man für den vollen Umfang einen regelmäßigen Beitrag bezahlen muss. Nicht viel, aber auch da muss jeder für sich überlegen, ob man bereit ist, dafür zu bezahlen – ich wäre es grundsätzlich.

Zum Abschluss möchte ich noch die Pro und Contras aus meiner Sicht darstellen:
PRO. Motivation durch Challenges und der spielerischen Diabetes-Sau.
CONTRA. Diagramme unzureichend, PDF-Report unübersichtlich, Basal kaum berücksichtigt.

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