Störfall S-Bahn: Informationspolitik katastrophal

Auch die Zugzielanzeiger am Hauptbahnhof zeigten richtige Zugläufe mit falscher Linie an.

Letzten Mittwoch zog eine Unwetterfront über Bayern und wie man es in einem solchen Fall auch erwarten kann, hatte die Bahn ganz schön mit Störungen zu kämpfen. Ich war zu dem Zeitpunkt mitten in München und wollte nach Hause und habe festgestellt: die größte Störung ist die Bahn an sich und ihre Informationen. Über verschiedenste Kanäle hatte ich Informationen, aber keine passte zusammen. Hier eine Zusammenstellung:

  • DB-Fernverkehr in München Hbf ist eingestellt (via Durchsage München Hbf Haupthalle)
  • Blitzeinschlag in Pasing, kein Zugverkehr (via Twitter)
  • S6 nur Westkreuz – Starnberg, Starnberg – Tutzing Schienenersatzverkehr (via Durchsage München Hbf tief)
  • S8 nur Flughafen – Germering und Weßling – Herrsching, dazwischen Schienenersatzverkehr (via Durchsage München Hbf tief)
  • S6 entfällt komplett, Schienenersatzverkehr Pasing – Tutzing (via Störmelder)
  • S8 nur Flughafen – Pasing, Pasing – Herrsching Schienenersatzverkehr (via Störmelder)
  • Zugverkehr in Bayern eingestellt (via DB-Mitarbeiter)

Ohne richtig zu wissen, was denn nun tatsächlich ist, wartete ich einfach mal ab und siehe da: meine S-Bahn kam und das auch noch annähernd pünktlich. Keine Probleme bis und nach Pasing, es kam fleißig Fern-, Regional- und Güterverkehr entgegen. Keine Spur von einer Einstellung des Zugverkehrs. Nur totale Irreführung der Kunden durch sich widersprechende Informationen.

Liebe Bahn, für diese Leistung gibt es eine 6- ohne Stern. Das muss besser werden!

2-Schritte-Anmeldung bei Google

Google Authenticator-App für iPhone

Im Februar hatte ich bereits bei Caschy darüber gelesen, gestern dann bei aptgetupdate: Google bietet eine 2-Schritte-Anmeldung für seine Dienste an. Sie ist zwar derzeit nur im Konto aktivierbar, wenn man es auf Englisch umstellt, danach aber auch in Deutsch aktiv. Die Anmeldung läuft dann nicht mehr nur über das selbst vergeben Passwort alleine, man wird anschließend aufgefordert einen Verfikations-Code einzugeben. Dieser Code wird aktuell generiert und entweder per SMS geschickt oder in einer iPhone- bzw. Android-App angezeigt.

Es gibt natürlichen Anwendungen, die eine 2-Schritte-Anmeldung nicht beherrschen. Hier sei als Beispiel der Mail-Exchange mit Smartphones genannt, hier gibt es nur die Möglichkeit ein Passwort einzugeben. Dafür hat Google die Möglichkeit entworfen, sich zusätzliche 16stellige Passwörter generieren zu lassen, die man sich nicht aufschreiben sondern einfach nur einmal in der Konfiguration eingeben muss. Hier kann man sich für jede Anwendung ein eigenes Passwort geben lassen. Ist jetzt z.B. wie es mir neulich passierte das iPhone weg, kann der Zugriff ganz einfach gesperrt werden: man löscht das generierte Passwort und generiert ein neues für das neue Gerät.

Gerade das genannte Beispiel hat mich dazu bewogen, die 2-Schritte-Anmeldung bei Google zu aktivieren. Es ist doch ein wenig mehr Sicherheit und ich würde mir die Funktion auch bei weiteren Diensten im Internet wünschen. Über diesen Link gehts zur Umstellung in die 2-Schritte-Anmeldung.

LG Berlin erlässt einstweilige Verfügung gegen Google

Es klingt wie ein schlechter Scherz und doch ist es traurige Wahrheit: Richter vom Landgericht Berlin erlassen eine einstweilige Verfügung gegen Google, weil auf deren Plattform Blogger in einem Blog jemand verunglimpft wurde. Da das Blog nicht über ein Impressum verfügt wurde Google zuerst abgemahnt, hat jedoch nicht darauf reagiert. Daraufhin beantragte der Verunglimpfte die einstweilige Verfügung.

Traurig finde ich es, dass man den Betreiber einer Plattform in die Haftung nimmt, noch dazu, dass der Betreiber gar nicht aus Deutschland stammt. Die Richter des Landgerichts Berlin haben offensichtlich das Internet nicht verstanden. Das einzig sinnvolle Vorgehen wäre, die Daten des Blogbetreibers von Google zu verlangen und die einstweilige Verfügung gegen selbigen zu stellen – inklusive einer Abmahnung wegen des Verstoßes gegen die Impressumspflicht. Hier hat sich die deutsche Justiz einfach mal wieder lächerlich gemacht.

Wenn Du kein iPhone hast, hast Du kein iPhone

Schwupps und weg war es. Mein iPhone. In der Nacht auf Samstag ist es mir im Taxi nach einem Telefonat zwischen die Erhebung in der Fahrzeugmitte (wo Handbremse + Gangschaltung ist) und der Befestigung des Beifahrersitzes gefallen. Der Versuch es sofort wieder herauszufischen misslang, ich konnte es nicht richtig greifen. Also wollte ich es beim Aussteigen herausholen – und genau das habe ich vergessen.

Ein sofortiger Anruf bei der Taxi München eG blieb bislang ohne Erfolg. Am Morgen dann fiel mir ein, dass es mit IsarFunk noch eine weitere Taxizentrale gibt. Zur Sicherheit habe ich beide Taxizentralen per E-Mail angeschrieben. Auch Find my iPhone ist mir eingefallen, aber zu dem Zeitpunkt war das iPhone nicht mehr zu orten – es dürfte der Akku bereits leer gewesen sein.

Wie sehr man sich nach 1 1/2 Jahren an sein iPhone gewöhnt hat ist mir gestern so richtig aufgefallen. Es ist ein ständiger Begleiter im Alltag und es auch zu Hause viel benutzt – sei es für Twitter, schnell Foto machen oder auch in meinem Fall zum Führen des Blutzuckertagesbuchs und und und. Wenn Du kein iPhone hast, hast Du kein iPhone. Nie hatte der Spruch für mich mehr Bedeutung als jetzt. Und iPhone-Nichtbesitzer können das auch gar nicht nachvollziehen. Und dabei ist mein iPhone noch nicht einmal 36 Stunden weg.

Ich fühle grad irgendeine Leere in mir – nicht wegen des verschwundenen Gerätes, das ist ersetzbar, sondern wegen der Hilflosigkeit. Mehr als auf die Ehrlichkeit des Taxifahrers oder der Reinigungskraft kann ich nicht hoffen. Ein anderer Fahrgast scheidet auf jeden Fall aus, da das iPhone nicht sichtbar ist und man da normal nix mit der Hand zu suchen hat. Ich glaub auch nicht, dass der Taxifahrer nach der Funkdurchsage wirklich aktiv danach gesucht hat. Also bleibt nur: abwarten.

Wenn jemand einen Taxifahrer in München kennt oder sogar selbst Taxifahrer ist, dann bitte ich um Mithilfe und weiterer Bekanntmachung dieses Blogbeitrags. Folgendes kann ich zur Fahrt sagen:

Die Fahrt erfolgte in der Nacht Freitag 10./Samstag 11. Juni 2011 von der Kultfabrik nach Maisach. Ich wurde während der Taxifahrt angerufen und bin dann im Laufe der Fahrt eingeschlafen. Der Taxifahrer weckte mich am Ortseingang von Maisach und ich erklärte dann noch den Weg zu mir nach Hause. Beim Bezahlen hatte ich leider erst zu wenig bezahlt – keine Absicht, ich hab einen Schein falsch angeschaut.

Ich bitte, wenn sich hier jemand wieder erkennt, mit mir Kontakt aufzunehmen (siehe Impressum), am besten per E-Mail oder auf der bei den Taxizentralen bekannten Rufnummer anzurufen.

Für mich stellt sich jetzt natürlich die Frage: wie lange warten? Wie lange warten bis man beim Fundbüro nachfrägt. Wie lange warten bis man bei der Polizei eine Anzeige wegen Unterschlagung einer Fundsache stellt. Wie lange warten bis man sich um eine Ersatzbeschaffung kümmern soll?

Was bleibt ist der Ärger über sich selbst, wieso ich beim Aussteigen das iPhone vergessen habe. Und dieses extrem komische und frustrierende Gefühl der weiteren Machtlosigkeit. Vielleicht findet es ja noch ein gutes Ende, aber ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, dass dies die teuerste Taxifahrt meines Lebens wurde.

Sollte jemand noch weitere Tipps haben, was man machen kann oder ob es noch eine dritte Taxizentrale geben sollte, die man informieren muss, dann bitte gerne unten in die Kommentare.