Hausierende Handwerker

Jeder kennt das: es klingelt an der Tür, man macht auf und davor steht ein der einem sogleich verkündet: “Grüß , wir machen hier in der Gegend bei Familie XYZ die Fenster neu. Wir haben gesehen, dass Sie auch noch alte Fenster haben, sollen wir die denn gleich mitmachen?

Meine Standardantwort “Ich werde sicherlich nicht bei einem hausierenden Handwerksbetrieb meine Arbeiten beauftragen. Wenn ich etwas machen will, dann komme ich zu Ihnen.” fällt manchesmal schon auch etwas deftiger aus “? Schonmal auf die Uhr geschaut? Es ist fast 21 Uhr! Ich habe jetzt Feierabend und möchte mich entspannen!“. Wenn sich Familie XYZ die Fenster neu machen lässt, ist das dann ein Grund gleich die ganze Nachbarschaft zu nerven? Die Lieblingszeit der ist unter der Woche zwischen 19 und 21 Uhr oder auch am Samstag Mittag um 12 Uhr, wenn man beim sitzt. Zu dieser Uhrzeit läuten noch nicht mal Jehovas Zeugen.

Familie XYZ – wer ist überhaupt Familie XYZ? Hab ich noch nie gehört von denen, sind die neu zugezogen? Haben hier ein Haus gekauft und dann noch übrig um die Fenster machen zu lassen. Nicht nur die Fenster, auch die Türen, der Fassadenanstrich, die Heizung, der Balkon, das Dach und das Badezimmer wird neu gemacht. Seltsam, dass ich noch nie etwas von Familie XYZ gehört habe, wenn sich so reiche Leute in unser Dorf verirren, dann hätte man das doch mitkriegen müssen in diesem 5000-Seelen-Dorf.

Nun hat sie wieder begonnen, die der modernen Unsitte. Jetzt wird es wieder bis so gehen, dass beinahe im Wochenrhythmus eine Firma nach der Anderen zum Klingelputzen gehen wird. Und jede Firma, die bei uns ungefragt klingelt, wird bei mir auf einer schwarzen Liste notiert – diese Firmen bekommen niemals einen Auftrag von mir. Denn wenn ich einen Auftrag vergeben will, dann suche ich den Handwerksbetrieb – nicht der Handwerksbetrieb mich.

Klimawandel, Trockenheit, Hysterie

Nichts hat in den letzten Wochen so bewegt wie die Nachricht vom . Am Stammtisch hat man es ja schon lange gewusst, es wird wärmer in . Schließlich haben wir schon seit Jahren keinen “richtigen” mehr. Außerdem, so meint der Andere, wäre es ja gar nicht so schlimm – mehr Autofahren und schon bleibt es schönes .

Dass wir mittendrin stecken und dringend Handlungsbedarf herrscht, dürfte wohl niemand mehr ernsthaft bezweifeln. So düster, wie es uns manche Boulevardzeitungen suggerieren wollen, ist es aber noch nicht. Auch wenn die letzten Monate gut zu den Schlagzeilen passen, “ungewöhnliche” hat es schon immer gegeben.

Ungewöhnlicher – der letzte brachte kaum , auch nicht in den Bergen. Dafür viel Regen im , im fing das direkt als Sommervorbote an. Bis Anfang gab es in nur Sonnenschein mit sommerlichen Temperaturen bis zu 30 Grad. Eine Trockenperiode, wie wir sie schon oft hatten – diesmal ist der schuld. “I hob’s ja scho lang gwusst.” – “Des hobts etz davo.”

Trockenperiode – die Flüße trocknen aus, die Schuld liegt am nicht vorhandenen im letzten , dessen Schmelzwasser nun abgeht. Dazu noch 5 Wochen Sonnenschein. Noch 40 Tage, dann liegt der Sylvensteinspeicher trocken, titelte eine Münchner Tageszeitung. Wie sieht es tatsächlich aus? Schauen wir uns einmal die Isar an.

An der Messstelle Mittenwald liegt der mittlere Wasserstand bei 95 cm. Der niedrigste, beobachtete Wert () bei 77 cm. Am 5. ist dieser niedrigste Wert von 77 cm wieder erreicht. Hier scheint sich der Trend zur klimawandlerischen Trockenperiode zu bestätigen. Einige Kilometer flußabwärts an der Meßstelle Rißbachdüker liegt der mittlere Wasserstand bei 25 cm, der niedrigste Wert bei 15 cm. Aktuell sind es 21 cm, in der Rückschau erkennt man, dass es ein normaler Wert für Anfang ist.

Kommen wir zum Sylvensteinspeicher: Der aktuelle Wasserspiegel liegt am 5. bei 743,41 Meter über Normalnull. Der mittlere Seespiegel liegt bei 752,12 m ü. NN. Ist die Panikschlagzeile nun doch gerechtfertigt? An der Messtelle Sylvenstein, nach dem gleichnamigen Speichersee, liegt der Wasserstand bei den üblichen, durch den Speicher regulierten 250 cm, in Lenggries bei 99 cm (Jahresmittel 113 cm) und in Bad Tölz bei 80 cm (Jahresmittel 89 cm). Die Interpretierung überlasse ich nun jedem selbst.

Stellen wir uns einmal vor, der hat sich vollzogen, bei uns ist es lang andauernd trocken und warm, kennen wir nur noch aus der Erinnerung, von Bildern und aus anderen Regionen der Welt. Die Flüße führen deutlich weniger Wasser, manche sind sogar ausgetrocknet. steht vor einem Problem, um nicht zu sagen, vor einer großen : Energiemangel!

Heute sprechen wir stolz davon, dass wir mit Hilfe der Wasserkraft unseren Strom produzieren und damit eine umweltschonende Stromerzeugung in unserem Energiemix enthalten haben. Aber wie soll ein Wasserkraftwerk Strom produzieren, wenn wir nicht mehr genügend Wasser in den Flüssen und Seen haben? Wie soll ein Kohlekraftwerk seine Turbine betreiben, wenn zu wenig Wasser vorhanden ist, dass man erhitzen kann? Wie soll das Atomkraftwerk, das Gaskraftwerk funktionieren?

Noch nicht einmal die heute als Lösung propagierten Biogaskraftwerke funktionieren ohne Wasser. Auch hier wird durch Befeuerung Wasser in großen Mengen erhitzt, um mit hohem Druck Turbinen anzutreiben. Kohlekraftwerke, Holzkraftwerke, Erdgaskraftwerke, Biogaskraftwerke, Atomkraftwerke – alle funktionieren nach dem gleichen Prinzip, durch Erhitzung des Wassers. Echte, sichere Energieversorgung schaut anders aus. Während ich diese Zeilen hier schreibe, meldet Focus Online, dass Italien den Notstand ausruft, aufgrund der Trockenperiode. Vor Stromausfällen im wird gewarnt.

Doch soweit müssen wir es erst gar nicht kommen lassen. Der ist noch umzukehren. Braucht man wirklich soviele elektrische Geräte? Kann man nicht ein paar abschalten? Muss ich jeden Meter mit dem Auto fahren oder kann ich auch mal das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen? Die fährt auch alle paar Minuten, mit der kommt man quer durch . Verabschieden wir uns von unserer übertriebenen Bequemlichkeit und tun uns und unserer Erde etwas Gutes.